Beth Hart

Hart, Beth, amerikanische Rockmusikerin (Gesang, Klavier), * Pasadena (Kalifornien) 24.1. 1972

Biografie

Beth Hart erhielt ab ihrem fünften Lebensjahr Klavierunterricht. Mit zunehmendem Alter begann sie, sich für Soul und Rock interessierte. Zwar wurde sie als Teenager abhängig von Alkohol und Heroin, nahm aber dennoch an der Los Angeles High School for the Performing Arts ein Studium in den Fächern Gesang und Violoncello auf. Während des Studiums widmete sie sich mehr und mehr dem Schreiben eigener Musik und trat mit Interpretationen einiger Songs von Janis Joplin, Melissa Etheridge und Aretha Franklin so häufig öffentlich als Sängerin auf, dass sie darüber ihr Studium vernachlässigte und schließlich von der Hochschule relegiert wurde. Nach einem weiteren gescheiterten Versuch, eine Ausbildung abzuschließen, wandte sie sich endgültig der Musik zu.

Zunächst gründete sie mit dem israelischen Bassisten Tal Herzberg und dem Gitarristen Jimmy Khoury ein Trio, zu dem bald der Schlagzeuger Sergio Gonzales stieß. Die Band fiel dem Musikmanager David Wolff auf, der es erreichte, dass das Label Atlantic Records das Quartett unter Vertrag nahm. 1996 legte die Gruppe mit »Immortal« das Debüt-Album vor, dem nach einer längeren Tournee und einer sich über Jahre erstreckenden Erholungspause in Birmingham erst 1999 »Screaming for My Supper« folgte. Die dem Album entnommene Single »L.A. Song (Out of this Town)« fand in den USA, aber auch etwa in den Niederlanden ein großes Publikum. Beth Hart entschloss sich daraufhin, sich verstärkt ihrer eigenen Musik zu widmen und ging zurück nach Los Angeles. Zur selben Zeit nahm sie das Angebot an, in einer Theaterproduktion Janis Joplin zu verkörpern. Die Anstrengungen in Proben und Aufführungen in Verbindungen mit der Arbeit an der Karriere als Sängerin endeten für Hart im Desaster: Abhängig von aufputschenden Medikamenten fälschte sie Rezepte und fand sich schließlich im Gefängnis wieder.

Mit Hilfe ihres Managers und späteren Ehemannes Scott Gützkow gelang es Hart, die Drogen- und Alkoholabhängigkeit zu überwinden und ihre Karriere aufs Neue in Gang zu bringen. Sie gründete mit dem Gitarristen Jon Nichols und dem Bassisten Tom Lily eine neue Band, veröffentlichte 2003 »Leave the Light On« und 2004 das Live-Album »Live at Paradiso«. Bis 2007 hatte die Sängerin allerdings keinen Schlagzeuger gefunden. Für »37 Days«, einem unter Konzertbedingungen aufgenommenen Album setzte sich Todd Wolf hinter die Trommeln und blieb anschließend in der Band.

Beth Hart hat zwar – nicht zuletzt durch ihre Beteiligung an dem Broadway-Musical »Love Janis«, in dem sie Janis Joplin verkörperte – einiges dafür getan, dass sie mehr als einmal mit der weißen Blues-Sängerin schlechthin verglichen wurde, doch führt dies in die Irre: Ihr Gesangstil weist weit mehr auf Robert Plant von Led Zeppelin und vielleicht noch Roger Chapman, ähnlich auffällig ihr Stimmklang bis hin zum markanten Vibrato, ähnlich exaltiert und sexuell aufgeladen ihr Gebaren auf der Bühne. Wenn sie auch durchaus eine Live-Attraktion ist – und deshalb zumal in den Niederlanden und den skandinavischen Ländern eine feste Fan-Gemeinde hat –, so zeigen vor allem ihre Alben »Leave the Light On« und »37 Days« ihre Qualitäten als versierte Song-Schreiberin.

Diskografie

Immortal (1996)
Screaming for My Supper (1999)
Leave the Light On (2003)
Live at Paradiso 82005)
37 Days (2007)

Weblink

www.bethhart.com (Offizielle Website der amerikanischen Rocksängerin Beth Hart)