Bo Diddley

Diddley, Bo, eigentlich Ellas Otha Bates, amerikanischer Bluesmusiker (Gitarre, Gesang, Komposition, Text), * McComb (Mississippi) 30.12.1928, † Archer (Florida) 2.6.2008; Bo Diddley wurde von einer Cousine seiner Mutter aufgezogen und übernahm deren Nachnamen McDaniel. Bo Diddley ist sein Künstlername, den er sich Anfang der 1950er-Jahre gab.

Bo Diddley wurde von einer Cousine seiner Mutter, die sich außerstande sah, das Kind groß zu ziehen, adoptiert. Die Familie zog Mitte der 1980er-Jahre nach Chicago. Als Jugendlicher tief beeindruckt von dem Bluesmusiker John Lee Hooker begann Bo Diddley Gitarre zu spielen und selbst Bluesstücke zu verfassen. Parallel zu seiner Tätigkeit als Hilfsarbeiter am Bau spielte er in einer kleinen Straßen-Bluesband, The Hipsters, deren Renommee bald derartige Dimensionen erreichte, dass sie für feste Auftrittstermine in einem Chicagoer Blues-Club engagiert wurde. Bo Diddley wählte sich seinen Künstlernamen – ein Slang-Begriff im Sinne von »übler Knabe«, aber auch die Bezeichnung für ein einfaches Saiteninstrument – und machte die Musik zu seinem Beruf. 1954 nahm er mit Billy Boy Arnold (Mundharmonika). Clifton Jones (Schlagzeug) und Roosevelt Jackson (Bass) die Single »I´m a man/Bo Diddley« auf, deren lokaler Erfolg die Plattenfirma Chess Records veranlasste, den Gitarristen unter Vertrag zu nehmen und ihn mit einer professionellen Begleitband ins Studio zu schicken, um die Songs erneut einzuspielen. Die 1955 veröffentlichte Single mit dem nun zur A-Side erhobenen Song »Bo Diddley« platzierte sich nach kurzer Zeit auf dem ersten Platz der R & -B-Charts.

In den folgenden Jahren hatte Bo Diddley einigen Erfolg mit Songs wie »Pretty Things« (1956) – nachdem sich später die britische Rockgruppe benannte –, »Say Man« (1959) und dem Klassiker von Willie Dixon, »You can´t judge a book by the Cover« (1962). In kaum einem Dutzend Jahren wurde Bo Diddley, stets angetan mit Hut und einer primitiv aussehendem elektrischen Gitarre mit rechteckigem Korpus, zum Markenzeichen seiner selbst, gleichermaßen bekannt und erfolgreich in den USA und in Großbritannien, wo er im Konzert-Zirkus noch Anfang der 1960er-Jahre vor den Rolling Stones rangierte. Zu seiner Band gehörten meistens imposante Frauen wie etwa Lady Bo, eigentlich Peggy Jones, und vor allem The Duchess, eigentlich Norma-Jean Wofford.

Der Einfluss Bo Diddleys auf die Rockmusik ist erheblich, wenn auch nicht auf den ersten Blick erkennbar. Abgesehen von seinen unterhaltsamen und immer etwas eigensinnigen Auftritten ist es vor allem der typische »Bo Diddley Beat«, auch »Louisiana Beat« genannt, ein auf einer lateinamerikanischen Clave-Form beruhender zweitaktiger punktierte Rhythmus im Zwei-Viertel-Takt, der von zahllosen Blues- und Rockmusikern für eigene Songs übernommen wurde. Diddley selbst verwendete diesen Rhythmus in vielen seiner Kompositionen, zwang ihn auch fremden Kompositionen auf und spielte ihn sehr energisch, mit einem rohen, beißenden Gitarrenklang. Wie Chuck Berry, Roy Orbison, Little Richard oder Elvis Presley gehört Bo Diddley zu den Größen der frühen Rockmusik, selbst von vielen Blues- und Rockmusikern besungen.

Auszeichnungen

1998 Grammy für sein Lebenswerk

Diskografie

Bo Diddley (1958)
Go Bo Diddley (1959)
Have Guitar Will Travel (1960) [1]
Bo Diddley in the Spotlight (1960)
Bo Diddley Is a Gunslinger (1960)
Bo Diddley Is a Lover (1961)
Bo Diddley’s a Twister (1962)
Bo Diddley (1962)
Bo Diddley & Company (1962)
Surfin‘ with Bo Diddley (1963)
Bo Diddley’s Beach Party (1963)
Two Great Guitars (1964; mit Chuck Berry)
Hey Good Lookin‘ (1965)
500% More Man (1965)
The Originator (1966)
Super Blues (1967; mit Muddy Waters & Little Walter)
Super Super Blues Band (1967; mit Muddy Waters & Howlin‘ Wolf)
The Black Gladiator (1970)
Another Dimension (1971)
Where It All Began (1972)
Got My Own Bag of Tricks (1972)
The London Bo Diddley Sessions (1973)
Big Bad Bo (1974)
I’m a Man (1977)
Ain’t It Good To Be Free (1983)
Bo Diddley & Co – Live (1985)
Hey…Bo Diddley in Concert (1986)
Breakin‘ Through the BS (1989)
Living Legend (1989)
Rare & Well Done (1991)
Live at the Ritz (1992, mit Ron Wood)
This Should Not Be (1993)
Promises (1994)
A Man Amongst Men (1996)
Moochas Gracias (with Anna Moo) (2002)
Dick’s Picks (2003; Aufnahmen von 1972 mit The Grateful Dead)

Weblink

http://members.tripod.com/~Originator_2/index_2.html (Website zu dem amerikanischen Bluesmusiker Bo Diddley)