Country Blues

Country Blues, zusammengesetzt aus englisch country für »Land« und Blues, Oberbegriff für einige regionale Formen des frühen Blues, die gegen Ende des 19. Jahrhunderts entstanden und sich verfestigten; unter dem Begriff werden etwa Delta bzw. Mississippi Blues, Piedmont Blues und Texas Blues zusammengefasst.

Country Blues ist eine fast ausschließlich vokale Musik, die von einzelnen Sängerinnen oder Sänger vorgetragen wird. Als Begleitinstrument wird vorwiegend die traditionelle Gitarre verwendet. Da der Sänger sich selbst begleitet, entsteht ein Dialog zwischen Gesang und Gitarrenbegleitung. Der frühe Country Blues war formal noch nicht sonderlich festgelegt – etwa auf das bekannte zwölftaktige Schema –, so dass es eine Vielzahl von Formen gibt, die stets am Text orientiert sind. Der Text seinerseits ist in der Regel nach dem Call-and-Response-Prinzip geordnet.

Zu den herausragenden Persönlichkeiten des Country Blues zählen etwa Charley Patton, Blind Lemon Jefferson und Robert Johnson. Die ersten schriftlichen Nachweise der Existenz des Country Blues stammen von Ma Rainey und W.C. Handy; Handy verfasste auch selbst Blues-Kompositionen, die als Notendrucke verkauft wurden. Von den frühesten Vertretern des Country Blues gibt es keine Tonaufnahmen; die ersten Aufnahmen stammen aus dem zweiten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts. Mit Verbreitung der Schallplatten erlangte der Country Blues auch überregionale Bedeutung und erfuhr in den großen Städten der USA, vornehmlich Chicago und Kansas City einige Veränderungen, die zur Etablierung des so genannten City Blues.

Der Country Blues hat für Blues-Musiker nicht an Bedeutung verloren. Musiker wie Taj Mahal, Sonny Terry und Brownie McGhee tradierten die Musik, die seit Anfang der 1960er-Jahre auch und vor allem das Interesse junger weißer Musiker fand; die Blues-Revivals sowohl in den USA wie in Großbritannien wurden wesentlich von den überlieferten Blues-Kompositionen getragen. In jüngerer Zeit waren es Musiker wie Alvin Youngblood Hart, Guy Davis und auch Keb’ Mo’, die Country Blues aufnahmen. Eric Clapton widmete Anfang des neuen Jahrhunderts eine Reihe von Aufnahmen Robert Johnson.

Literatur

Evans, Francis: The History of the Blues, the Roots, the Music, their People from Charley Patton to Robert Cray; New York 1996
Paul, Oliver: Blues Fell this Morning – The Meaning of the Blues; Cambridge (Mass.) 1960, 21994