Ben Harper

Harper, Ben, eigentlich Benjamin Chase Harper, amerikanischer Rockmusiker (Gesang, Gitarre, Laptop Steel Guitar), * Claremont (Kalifornien) 28.10. 1967

Ben Harper lernte als Kind, Gitarre zu spielen und wurde durch seine Großeltern mütterlicherseits, die einen Musikalienhandel besaßen, mit Folk und Blues etwa von Leonard Cohen, David Lindley und Taj Mahal bekannt gemacht. Als Teenager entdeckte er die Slide Guitar für sich und brachte es zu einiger Virtuosität in dieser Spielweise; Harper spielt in Konzerten häufig eine Laptop Steel Guitar des Gitarrenbauers Weissenborn. 1987 lud ihn der Bluesmusiker Taj Mahal ein, ihn auf einer Tournee zu begleiten. Gemeinsam mit Taj Mahal spielte Harper »Follow the drinking Gourd« ein.

Auch das Album »Pleasure and Pain« (1992) war eine Kollaboration, dieses Mal mit dem Folk-Musiker Tom Freund. Zwar war die Auflage dieser CD limitiert, doch fand sie das Interesse von Virgin Records und bald konnte Harper einen Plattenvertrag mit dem Label unterschreiben.

Das Debütalbum des Musikers, »Welcome to the cruel World«, kam 1994 in die Plattenläden und präsentierte eine Musiker, der zwischen Rock, Blues und Fok einen interessanten Weg gefunden hatte und dessen Songs sich etwa mit denen eines Lowell George oder Neil Young vergleichen konnten. Dennoch stieß dieses Album wie auch die 1995 veröffentlichte CD »Figth for your Mind« in den USA auf weniger Interesse denn in Europa und vor allem Australien. Für »Burn to Shine« (1999) hatte Harper seien Band The Innocent Criminals mit ins Studio genommen, die früher fast ausschließlich akustisch begleiteten Songs wichen, wenn auch nicht obligat, handfestem Rock. Dass dieses Konzept auch im Konzert funktionierte, bewiesen einige Live-CDs, so vor allem »Live from Mars«, eine Doppel-CD, von der eine Harper allein zeigt, die zweite mit der Band. Von der Live-Atmosphäre zeugt auch die Studio-CD »Lifeline«, die Harper mit einer auf fünf Musiker angewachsenen Band nach einer monatelangen Tournee in Paris aufnahm und 2007 vorlegte – sicher eine der besten Live-Bands überhaupt. 2008 gründete er eine neue Band, die er Relentless7 nannte. Die drei jungen Musiker – Jason Mozersky, Jesse Ingalls und Jordan Richardson –, allesamt Multiinstrumentalisten, erledigten ihre Aufgabe mit Bravour und erwiesen sich als würdiger Ersatz der alten Band. Mit Relentless7 und einigen Gastmusikern produzierte Harper 2009 die CD »White Lies for Dark Times«. Nur im Quartett bewiesen die Musiker ihr Können mit der 2010 veröffentlichten CD/DVD-Kombination »Live from the Montreal Jazz Festival«.

Obwohl Ben Harper fest in der Tradition der amerikanischen Musik steht und auch vor brüllendem Rock keineswegs zurückschreckt, hat seine Musik etwas Schillerndes an sich: Er ist einerseits durchaus in der Lage, intime Musik zu introspektiven, fast düsteren Themen zu schreiben und im Konzert selbst einem nach Tausenden zählenden Publikum adäquat vorzutragen; andererseits aber hat er einen ironischen Humor, der in manchen Songs allemal in den Texten aufblitzt, zu denen er aber auch die passende musikalische Form findet – und sei es Reggae. Wenn er auch häufig wie ein Einzelgänger erscheint, der sich die Musiker zusammensucht, wie er sie braucht, kann er auch seinen selbstgeschnitzten Elfenbeinturm verlassen und sich für andere Musiker einsetzen, wie etwa für Jack Johnson, dem er zu Plattenvertrag und Weltberühmtheit verhalf.

Harper ist seit 2005 mit der Schauspielerin Laura Dern verheiratet.

Auszeichnungen

2005 Grammy in zwei Kategorien

Diskografie

Pleasure and Pain (1992)
Welcome to the cruel World (1994)
Figth for your Mind (1995)
The Will to Live (1997)
Burn to Shine (1999)
Live from Mars (2001)
Diamonds on the Inside (2003)
There will be a Light (2004)
Live at the Apollo (2005)
Both Sides of the Gun (2006)
Lifeline (2007)
Live at Twist & Shout (2007)
White Lies for Dark Times (2009; mit Relentless7)
Live from the Montreal International Jazz Festival (2010; mit Relentless7)
Call it what it is (2016)

Weblink

http://www.benharper.com (Offizielle Website des amerikanischen Rockmusikers Ben Harper)