Irma Thomas

Thomas, Irma, geborene Lee, amerikanische Soulsängerin, * Ponchatoula (Louisiana) 18. Februar 1941.

Biografie

Irma Thomas kam im Kirchenchor ihrer Heimatgemeinde erstmals mit Musik in Berührung und erregte bereits als Kind das Interesse einer lokalen Plattenfirma. Während sie sich ihren Lebensunterhalt als Bedienung in einem Restaurant verdiente, sang sie in der Band des Rhythm´n´ Blues-Sängers Tommy Ridgley (* 1925, † 1999). Ridgley verhalf ihr dann auch zu einem Vertrag mit Rom Records und 1960 wurde die erste Single der Sängerin, »(You can have my husband but) don´t mess with my man« veröffentlicht. Der Erfolg der Single – sie stieg in den Rhythm´n´Blues-Charts des Branchenblattes Billboard bis auf Platz 22 – veranlasste das überregional agierende Label Minit Records, Irma Thomas unter Vertrag zu nehmen und mit dem ausgebufften Komponisten und Produzenten Allen Toussaint zusammenzubringen.
In der Folge erschien eine Reihe von Singles, die Irma Thomas zwar zu einiger nationaler Bekanntheit verhalfen und von denen einige es auch in die allgemeinen Pop-Charts brachten, doch vermochte sie es nicht, kommerziell mit Souldiven vom Schlage Aretha Franklins, Etta James oder Dionne Warwicks gleich zu ziehen. In dieser Zeit entstanden ihre Klassiker: »It´s raining«, »Ruler of my heart«, »I wish someone would care« und »Time is on my side«, das später in der Fassung der Rolling Stones weltbekannt werden sollte.

Die Karriere der Sängerin pendelte sich gegen Ende der 1960er-Jahre auf einem eher niedrigen Niveau ein. Sie brachte mithilfe kleiner Labels immer wieder Schallplatten auf den Markt, doch blieb der Durchbruch weiterhin aus. Anfang der 1980er-Jahre zog sie sich nach Louisiana zurück und eröffnete einen Musik-Club, in dem sie häufig selbst auftrat.

Gegen Ende des Jahrzehnts war sie bei Rounder Records untergekommen, doch hielten sich die Verkaufszahlen ihrer CDs in engem Rahmen. Als 1991 »Live: Simply the best« veröffentlicht wurde, wurde die Branche auf sie aufmerksam: Sie erhielt für den exceptionellen Mitschnitt eines Konzertes die längst überfällige erste Grammy-Nominierung ihres Lebens. Nach einer weiteren Nominierung 1999 für ihre CD »Sing it!« war es 2007 dann endlich für die Sängerin wo weit, für »After the rain« konnte sie die begehrte Trophäe in Empfang nehmen.

Es gibt keine rechte Erklärung für den jahrelangen geringen Erfolg der Sängerin, die in ihrem vokalen Vermögen durchaus mit Aretha Franklin und Etta James vergleichbar ist. Auch die von ihr und ihren Produzenten – allen voran Allen Toussaint – ausgewählten Songs stehen anderen, weit erfolgreicheren Stücken in nichts nach. Als »Musikerin für Musiker« hatte Irma Thomas allerdings stets Erfolg: Die von ihr interpretierten Songs wurden von Größen wie Otis Redding, RollingStones, Tracey Ullman und B. B. King ins Reperotire übernommen.

Diskografie

Wish someone would care (1964)
Take a look (1968)
In between tears (1973)
New Orleans Jazz & Heritage Festival (1976)
Soul queen of New Orleans (1978)
Safe with me (1979)
The new rules (1986)
The way I feel (1988)
Live: Simply the best (1991)
True believer (1992)
Walk around heaven: New Orleans gospel soul (1993)
The story of my life (1997)
Sing it! (1998; mit Marcia Ball und Tracy Nelson)
My heart’s in Memphis: The songs of Dan Penn (2000)
After the rain (2006)

Weblink

http://www.irmathomas.com (Offizielle Website der amerikanischen Soulsängerin Irma Thomas)