John Mayer

Mayer, John Clayton, amerikanischer Rockmusiker (Gesang, Gitarre, Text, Komposition), * Bridgeport (Connecticut) 16. 10. 1977.

John Mayer lernte als Schüler ein wenig Klarinette, begeisterte sich jedoch für die elektrische Gitarre, als er Michael J. Fox in dem Film »Back to the Future« (1985; Regie: Robert Zemeckis) dieses Instrument hatte spielen sehen. Anhand einiger Aufnahmen des Gitarristen Stevie Ray Vaughan widmete er sich intensiv dem Blues und konnte schließlich in der Bluesband Villanova Junction spielen, mit der er auch öffentlich auftrat. Zum Verfassen eigener Songs kam er durch einige gesundheitliche Schicksalsschläge, zu deren Behandlung auch Psychopharmaka zum Einsatz kamen. Mayer entdeckte die emotionalen Möglichkeiten des Songschreibens für sich und fasste den Entschluss, eine Karriere als Musiker einzuschlagen. Er schrieb sich am Berklee College of Music in Boston ein, gab das Studium aber bereits nach zwei Semestern auf und ging mit seinem Kommilitonen Clay Cook nach Atlanta, wo die beiden Musiker im Duo auftraten. Cook sah in der reinen Lehre des Blues allerdings bald ein solides Karrierehemmnis und trennte sich von Mayer. Zu dieser Zeit hatte das Duo bereits Kontakte zu dem Toningeneur und Produzenten Glenn Matullo geknüpft und Mayer nahm 1999 mit dessen Hilfe nun allen einige Songs für die EP »Inside wants out« auf. Nach den Aufnahmen ging er mit einigen der Studiomusiker auf Tournee.
Langsam kam die Karriere in Gang. Die Plattenfirma Aware Records nahm den Gitarristen und Sänger unter Vertrag, seine Songs wurden Bestandteil einiger Zusammenstellungen des Labels und sein Album »Room for squares« (2001) war wenigstens als Download erhältlich. Als es 2002 als CD auf den Markt kam – angereichert um einige Songs von der EP »Inside wants out« – gehörten bald Mayer-Kompositionen zum festen Bestandteil des Programms der College-Radios. Zu seiner eigenen Überraschung erhielt Mayer 2003 einen Grammy für seinen Gesang in dem Song »Your body is a wonderland«. Im selben Jahr veröffentlichte Mayer zunächst eine Live-CD und einige Monate später seine zweites Album, »Heavier things«. Das Album stieg auf den ersten Platz der US-Charts und Mayer konnte mit der Single »Daughters« seinen erst Single-Top-Hit verbuchen. Seine Popularität war mittlerweile so gewachsen, dass Steve Jobs von Apple Computers ihn zur Präsentation der Musiksoftware Garage Band zur Macworld Conference 2004 einlud. Selbst ein Rapper wie Kanye West fragte höflich um Mayers Beistand bei seinen Produktionen an (»Bittersweet poetry«).
Mayer hatte allerdings mehr zu bieten als erfolgreiche Popsongs. 2005 gründete er mit dem Bassisten Pino Palladino (Paul Young, The Who) und dem Schlagzeuger Steve Jordan (Bob Dylan, Eric Clapton) das John Mayer Trio, mit dem er eine stark vom Jazz beeinflusste Mischung von Blues und Rock präsentierte, vor allem aber seine Fähigkeiten als Gitarrist und Song-Schreiber in den Vordergrund schob. Mit dem Trio veröffentliche er 2006 den Konzert-Mitschnitt »Try!«. Kurz zuvor hatte er unter seinem Namen ein mit Jordan gemeinsam produziertes Album vorgelegt: Mit »Continuum« versuchte er den Pop-Appeal seiner Solo-Platten mit dem fixen Rock seines Trios zu verbinden. Der Erfolg blieb wiederum nicht aus: 2007 konnte er zwei Grammys in Empfang nehmen. Wie ein Resümee seiner bisherigen Karriere mutete dann 2008 die Veröffentlichung des Konzertfilms »Where the light is« an. Auf DVD, CD und LP gab es Mayer pur, mit Band und mit Trio.
Der vielseitig interessierte und talentierte Mayer – er versteht etwas von Design und entwirft die Cover seiner CDs selbst, er sammelt Uhren, er hat eine ständige Kolumne im »Esquire«, er betreibt vier Blogs, in seinem Terminkalender stehen neben anderen die Namen von Jennifer Love Hewitt, Jessica Simpson, Minka Kelly und Jennifer Aniston, er hat eine eigene TV-Show, er tritt als Comedian auf und veranstaltet gelegentlich seltsame Kreuzfahrten in der Karibik (»The Mayercraft Carrier«) – verfolgt als Musiker eigentlich zwei Karrieren. Da sind die Pop-Songs vom Schlage »Your body is a wonderland«, die zeigen, dass er sämtliche Platten von The Police im Schrank hat. Und dann gibt es den Gitarristen John Mayer, der für die akustische wie die elektrische Gitarre eine eigene Stimme gefunden hat und Jimi Hendrix wie Steve Ray Vaughan spielen kann, ohne die beiden Gitarrengötter zu imitieren. Im Trio, mit dem er teilweise dieselben Songs spielt wie auf seinen Soloplatten, geht es wesentlich härter zu. Und hier kommt dann auch der Blues zu seinem Recht.



Diskografie

* Inside wants out (1999)
* Room for squares (2001)
* Any given Thursday (2003)
* Heavier things (2003)
* As/Is (2004)
* Continuum (2006)
* Where the light is (2008)

Mit dem John Mayer Trio

* Try! (2005)



Weblinks

http://www.johnmayer.com (Offizielle Website des amerikanischen Rockmusikers John Mayer)
http://www.johnmayertrio.com (Offizielle Website des John Mayer Trios)
http://www.esquire.com/features/music/ESQ0904-MUSIC-MAYER?click=main_sr
(John Mayer über Musik)