Little Feat

Little Feat, amerikanische Rockgruppe, 1968 von dem Sänger und Gitarristen Lowell George und dem Sänger Bassisten Roy Estrada (* 1943) in Los Angeles gegründet.

Bandbiografie

Zur ersten Formation gehörten neben George und Estrada der Pianist und Organist Bill Payne (* 1949) und der Schlagzeuger Richard Hayward (* 1946); mit Hayward hatte George bereits Mitte der 1960er-Jahre in der Folkrock-Gruppe Factory zusammen gespielt.

George und Estrada gehörten zuvor zu der Band Frank Zappas, fühlten sich aber dort so eingeengt – Zappa beging den Fehler, Georges Song »Willin’« abzulehnen – , dass sie dessen Band verließen und mit Little Feat eine eigene gründeten. Payne und Hayward hatten bereits in einigen Bands gespielt und begonnen, sich als Studiomusiker einen Namen zu machen. Für die Aufnahmen zu ihrem Debütalbum konnten die vier Musiker den Gitarristen Ry Cooder gewinnen.
Das Album erschien dann 1970 unter dem Titel »Little Feat« . Die Mischung von Blues, Country und Rock, die rauhen Klänge von Slide Guitar, Barrelhouse Piano und roh knallenden Drums fand bei Musikerkollegen und Kritikern Anklang, nicht aber beim Publikum. Das Quartett ließ sich indes nicht beirren, sondern verfolgte den eingeschlagenen Weg, wie die zweite LP, »Sailin´ shoes« (1972) bewies. Die LP enthielt mit »Cold, cold, cold«, »Tripe Face Boogie« und »Teenage nervous breakdown« einige Klassiker der Band und machte sie international bekannt, wenn auch nicht erfolgreich.

Estrada verließ die Gruppe und wurde durch den Bassisten Kenny Gradney ersetzt. Als zweiter Gitarrist stieß Paul Barrere zu Little Feat, außerdem der Perkussionist Sam Clayton. In dieser Besetzung, unterstützt von einigen Gastmusikern, nahm die Band »Dixie Chicken« auf. Durch die Vergrößerung der Band und die Herkunft von Gradney und Clayton – beide hatten ihre ersten musikalischen Gehversuche in New Orleans unternommen – änderte sich der der Klang der Band; Barrere, gleichzeitig Sänger und Gitarrist, fügte handfesten Rock hinzu.

Dennoch ließ sich die Band kaum festlegen: Barrere dehnte seinen Einfluss als Komponist aus, Payne wandte sich in seinem Spiel und seinen Kompositionen verstärkt Elementen des Jazzrock zu und tatsächlich konnte die Band mit dieser Musik ein größeres Publikum erreichen. Mittlerweile hatte sich Little Feat vor allem mit ausgefeilten, mitreißenden Konzerten eine gewisse Reputation erarbeitet, die dazu führte, dass von ihren Konzerten zahllose Bootlegs kursierten. Um dem zu begegnen, legte die Band 1978 mit »Waitin´ for Columbus« ein Live-Doppelalbum vor, dass Maßstäbe setzte und als eines der bedeutendsten seiner Art gilt.

George fühlte sich allerdings an den Rand gedrängt. Noch während der Aufnahmen zu »Down on the farm« verließ er die Band und machte sich an die Produktion eines eigenen Albums. »Thank´s I´ll eat it here« (1979) enthielt einige seiner älteren Kompositionen und einige jüngere, doch vermochte er nicht den Geist seiner alten Band heraufzubeschwören. Schwer erkrankt, starb er 1979. Little Feat löste sich Anfang der 1980er-Jahre nach der Veröffentlichung eines Doppelalbums (»Hoy-Hoy!«, 1981), das einige Hits, seltene Aufnahmen und Outtakes enthielt, auf.

1988 kam die Band wieder zusammen, der Sänger Craig Fuller und der Gitarrist Fred Tackett kamen hinzu. Doch trotz ihrer Live-Qualitäten vermochte diese Formation die eingefleischten Littel-Feat-Fans nicht zu überzeugen; auch als Fuller gegen die Sängerin Shaun Murphy ausgetauscht wurde, änderte sich dies nicht. Zwar veröffentlichte die Band im Laufe der Jahre noch einige Studioalben und vor allem viele Live-Alben – einige anlässlich der alljährlich auf Jamaica stattfindenden Feat Fan Excursions aufgenommmen –, doch konnte Little Feat die Eigenart der ersten Alben nie wieder so recht erreichen, trotz überzeugender Alben wie etwa dem 2012 veröffentlichten »Rooster Rag« .

Als Lowell George 1968 Little Feat gründete, war die Band ebenso rückwärts gewandt wie ihrer Zeit voraus. Während die Rockmusik jener Zeit von Softrock-Bands, Progressive Rock und Jazzrock beherrscht wurde, mischte er die archaischen Ingredienzien der amerikanischen Volksmusik wie Blues und Country Music zu etwas Neuem zusammen; erst ein Jahrzehnt später taten es ihm andere Musiker wie Ben Harper, Stevie Ray Vaughan oder auch die Band Calexico – um nur einige wenig zu nennen – in ähnlicher Weise nach. Als Interpret seiner Songs setzte er Maßstäbe: Sein Slide-Guitar-Spiel war ebenso einzigartig wie sein fast beiläufiger Gesang. »Willin´«, eine Ballade, die die Einsamkeit des Fernfahrers abseits jeder Trucker-Sentimentaliät auf eine knappe Formel bringt, zeigte Lowells Qualitäten, die der Band nach seinem Weggang fehlten. So sind es vor allem die ersten Alben einschließlich des grandiosen Live-Albums »Waitin´ for Columbus«, die die Band in ihrer ganzen Brillanz zeigen.

Ein Markenzeichen der Band waren über die Jahrzehnte hinweg die Cover ihrer LPs und CDs: Die meisten stammen von dem amerikanischen Maler Neon Park, der Motive aus alter Malerei wie aus Comics in surreale Bildwelten platzierte und damit ebenso rätselhafte wie ironische Kommentare zu den Titeln der Alben abgab.

Diskografie

Little Feat (1971)
Sailin‘ shoes (1972)
Dixie chicken (1973)
Feats don’t fail me now (1974)
The last record album (1975)
Time loves a hero (1977)
Waiting for Columbus (1978)
Down on the farm (1979)
Hoy-Hoy! (1981)
Let it roll (1988)
Representing the mambo (1990)
Shake me up (1991)
Ain’t had enough fun (1995)
Live from Neon Park (1996)
Under the radar (1998)
Extended versions: The encore collection (2000)
Chinese work songs (2000)
Hotcakes & outtakes – 30 years of Little Feat (2000)
Raw tomatos volume one (2002)
Ripe tomatos volume one (2002)
Live at the Rams Head (2002)
Down upon the Suwannee River (2003)
Kickin‘ it at The Barn (2003)
High wire act live in St. Louis 2003 (2003)
Barnstormin‘ live volume one (2005)
Barnstormin‘ live volume two (2005)
Rocky mountain jam (2007)
Join the Band (2008)
Rooster Rag (2012)

Weblink

http://www.littlefeat.net (Offizielle Website der amerikanischen Rockband Little Feat)