Paula Cole

Cole, Paula, amerikanische Popmusikerin (Gesang, Text, Komposition), * Rockport (Massachusetts) 5.4.1968

Paula Cole studierte am Berklee College of Music in Boston Jazzgesang und Improvisation. 1993 engagierte sie der britische Rocksänger Peter Gabriel für eine weltweite Tournee als Backgroundsängerin und Duettpartnerin. Die damit verbundene Bekanntheit führte 1994 zu einem Plattenvertrag mit dem Label Imago Records, das zwar noch im selben Jahr das Debütalbum der Sängerin, »Harbinger«, veröffentlichte, danach aber in Konkurs ging. Cole wurde aber wenig später von Warner Brothers Records unter Vertrag genommen, die neue Firma veröffentlichte »Harbinger« erneut. Die Musik des Albums, eine Mischung von Rock mit etwas Country, zu der Cole routiniert sang, fand wenig Anklang beim Publikum.

Das änderte sich beinahe schlagartig mit der Veröffentlichung von »This fire« (1996), ihrem zweiten Album. Paula Cole hatte ihre Musik dieses Mal selbst produziert und jedem Song eine eigene Klangwelt mitgegeben. Für »Where have all the cowboys gone« etwa hatte sie über weite Strecken des Songs lediglich ihrer flüsternde Sprechstimme in Kombination mit einem leiseren, angedeuteten Gesang über einen ganz gewöhnlichen Schlagzeug-Rockrhythmus gelegt. Der ungewöhnliche Song mit der ungewöhnlichen Thematik – eine Frau sinniert darüber, warum aus dem Cowboy, den sie einst heiratete, eine herumsitzender Biertrinker geworden ist – stieg in die Top-Ten der amerikanischen Hitparade auf, das Album wurde für sieben Grammys nominiert – Paula Cole erhielt schließlich einen in der Kategorie Best New Artist. Eine zweite Single aus dem Album, »I don´t want to wait« wurde zur Titelmelodie der erfolgreichen amerikanischen TV-Serie »Dawson´s Creek«.

Mit den folgenden Alben – »Amen« (1999) und »Courage« (2007) – konnte die Sängerin den Erfolg von »This fire« nicht wiederholen, doch war sie zwischen den weit auseinander liegenden Veröffentlichungsdaten nicht untätig geblieben. Die Veröffentlichung eines zwischenzeitlich produzierten Albums war von ihrer Plattenfirma aber abgelehnt worden. Cole stellte aus dieser CD zeitweise wenigstens den Song »Singing out my life« auf ihre Website.

Paula Coles erfolgreicher Song »Where have all the cowboys gone« zeigt zwar nur eine Facette ihrer Arbeit, ist aber dennoch typisch für ihre Musik: Witzige vokale Spielereien kombiniert sie mit geradlinigem Rock, lässt zu akustischen Gitarren elektronische Klänge dahinfließen, singt ebenso überzeugend Jazz (»Autumn leaves«, »Lonely town«) wie einfach gehaltene Rockstücke (»Saturn girl«). Ihre Texte dagegen sind weit eindeutiger: Wenn es nicht um die Klippen der Liebe geht, so schlägt sie allemal sozialkritische Töne an. Dass sie auch mit den Gepflogenheiten des Musikgeschäfts durchaus nicht immer einverstanden ist, kann auch daran abgelesen werden, dass sie zusammen mit der Sängerin Sarah McLachlan eine gemeinsam Tour veranstaltete, aus der die drei Lilith-Fair-Festivals und -Tourneen hervorgingen.

Auszeichnungen

1998 Grammy in einer Kategorie

Diskografie

Harbinger (1994)
This Fire (1996)
Amen (1999)
Courage (2007)

Weblink

http://www.paulacole.com (Offizielle Website der amerikanischen Popsängerin Paula Cole)