Piedmont Blues

Piedmont Blues, auch Piedmont Guitar Style, Piedmont Finger Style oder East Coast Blues, in den USA im 19. Jahrhundert entstandene Spieltechnik der akustischen Gitarre; die Technik wurde im 20. Jahrhundert auf die elektrische Gitarre übertragen.

Zwar entwickelte sich der Piedmont Blues tatsächlich in der Provinz Piedmont in den Appalachen an der Ostküste der USA, verbreitete sich aber rasch und war bald an der gesamten Ostküste wie auch im Süden der USA – mitunter leicht verändert – von Gitarristen übernommen worden. Die an die pianistische Ragtime-Technik angelehnte Spielweise wurde nicht zuletzt durch Schallplattenaufnahmen, etwa von Blinde Blake, Josh White, Buddy Moss und Blind Boy Fuller, popularisiert. Als in den 1960er-Jahren die Folk Music in den Fokus des Interesses junger Musiker rückte, wurde auch der Piedmont Blues wieder entdeckt und Vertreter dieses Musik-Stils, so etwa Reverend Gary Davis und das Duo Brownie McGhee und Sonny Terry, fanden wieder Auftrittsmöglichkeiten. In den folgenden Jahrzehnten übernahmem junge Musiker den Piedmont Guitar Style, unter ihnen Roy Book Binder, Doug McLeod, Jorma Kaukonen und Sue Foley. Doch wird diese Technik gelegentlich auch etwa von Leo Kottke, Paul Simon und Mark Knopfler angewendet.

Die Spieltechnik selbst ist eine Mischform von Finger Picking und einfachem Akkordspiel: Mit dem Daumen werden die Basssaiten gezupft, während mit den anderen Fingern, besonders dem Zeigefinger, die Diskantsaiten angerissen werden; in der Regel erklingt der Bass auf den schweren Taktteilen. Der Zeigefinger wird sowohl für Auf- wie Abschläge benutzt. Mit der Piedmont-Style-Technik ist es möglich, in weiter Lage nahezu den gesamten Tonumfang der Gitarre zu nutzen, etwa mittels einer sehr beweglich geführten Greifhand einem eher tiefen Basston einen hohen Akkord folgen zu lassen.

Weblink

www.piedmontblues.org (Website zum Piedmont Blues)