Swamp Music

Swamp Music, auch Swamp Pop und Swamp Rock, von englisch swamp für »Sumpf«, im Süden des US-Bundestaates Louisiana entstandene Musik, in der Cajun Music, Zydeco und der Rhythm and Blues New Orleans mit Country- und Rock-Elementen zu einem Ganzen verbunden sind.

Swamp Rock entstand Mitte der 1950er-Jahre, als der Rock’n’Roll die von Akkordeon, Fiddle und Triangel geprägte Volksmusik Cajun wie auch die von Schwarzen und Kreolen gespielte Variante dieser Musik, Zydeco, zu beeinflussen begann. Die obligaten Instrumente der Volksmusik gerieten dabei ebenso allmählich in den Hintergrund wie die Bevorzugung der französischen Sprache, so dass in einer Swamp-Rock-Band bald das übliche Rhythm-and-Blues-Instrumentarium benutzt wurde, also elektrische Gitarren, elektrischer Bass und Schlagzeug. Regelmäßig gehören auch ein Saxofonisten oder auch mehrere Bläser zu einer Swamp-Rock-Band. Die in Louisiana und dem südlichen Texas beheimatete Musik blieb auch später vor allem auf diese Region beschränkt und fand in anderen Regionen der USA, erst recht in Europa nur wenige Zuhörer. Daran änderte sich auch nichts grundlegend, wenn sich viele Swamp-Rock-Musiker englische Pseudonyme zulegten, um ihre Herkunft aus einem frankophonen Landstrich ein wenig zu verschleiern. Aus John Allen Guillot wurde Johnnie Allan, aus Robert Charles Guidry eben Robert Charles und aus Joe Barrios Joe Barry. Ganz mochten viele Musiker ohnehin nicht von der französischen Sprache lassen, denen es gibt nicht wenige Swamp-Rock-Songs sowohl in einer englischer als auch in einer französischen Fassung.
Zu den Protagonisten des Swamp Rock gehören etwa Johnnie Allan, Rod Bernard, The Boogie Kings, Van Broussard, Cookie & The Cupcakes, Randy & The Rockets, Charles Mann und Warren Storm. In Europa kann der Interessent sich meist nur mit Hilfe von Samplern sich einen Eindruck von der Musik verschaffen. Anklänge an die Swamp Music finden sich hier und da auch bei Blues-Musikern und –Bands, aber auch etwa bei den Beatles, deren Song »Oh Darling« auf der LP »Abbey Road« (1969) in der von Triolen bestimmten Klavierbegleitung wie in den charakteristischen Rhythmen der E-Gitarre den Einfluss der Südstaaten-Musik zeigt. Die regionale Nähe bringt es aber mit sich, dass Swamp Rock mitunter ohne weitere Umstände unter Southern Rock geführt und deshalb auch die Musik etwa von Lynyrd Skynyrd oder The Allman Brothers als Swamp Rock bezeichnet wird.



Literatur

Bernard, Shane K.: Swamp Pop – Cajun and Creole Rhythm and Blues; Jackson 1996
Brasseaux, Ryan A./Fontenot, Kevin S.: Accordions, Fiddles, Two-Step & Swing – A Cajun Music Reader; Lafayette 2006