Texas-Blues

Texas-Blues, Bezeichnung für bestimmte Bluesformen aus dem US-Staat Texas; tatsächlich handelt es sich eher um eine regionale als eine musikalisch-formale Einordnung. Der Texas-Blues ist wie der Country-Blues eine Bluesform, die neben dem Gesang von der Gitarre bestimmt ist.

In den 1920er-Jahren entstanden, verwendeten die Musiker zunächst die akustische Gitarre, die in den 1930er-Jahren nahezu vollständig von der elektrischen Gitarre verdrängt wurde. Dabei setzen die Gitarristen diverse Spielweisen ein: Neben dem vollgriffigen Akkordspiel gehören Single-Note, vor alle aber Slide-Spiel (Bottleneck) dazu. Die verschiedenen Techniken werden häufig auch innerhalb eines Stückes gemischt. Die Bands gruppieren sich meistens um nur einen Gitarristen, ihm zur Seite stehen Bass, Schlagzeug und häufig auch Hammond-Orgel. In der Mehrzahl aller Fälle übernimmt der Gitarrist auch den Gesang und entsprechend der individualistischen Ausrichtung des Blues gibt es keinen Satz- oder Background-Gesang.

Stilbildende Hauptvertreter des frühen Texas-Blues waren etwa Blind Lemon Jefferson, Lightnin’ Hopkins und T-Bone Walker. Spätestens Ende der 1960er-Jahre entstanden Verbindungen zwischen Texas-Blues und Rock, so dass innerhalb weniger Jahrzehnte die Grenzen zwischen Tex-Mex, Texas Blues und Bluesrock unscharf wurden. Wesentlich bestimmt wurde diese Vermischung von Gitarristen wie Johnny Winter, Stevie Ray-Vaughan und Bands wie The Fabolous Thunderbirds und ZZ-Top. Der vom Texas-Blues beeinflusste Bluesrock erwies sich als eine der stärksten Strömungen innerhalb des jüngeren Blues und hat international Bedeutung: Gitarristen wie Aynsley Lister, Steve Fister, Erja Lyytinen und Henrik Freischlader greifen durchweg auch auf Stilmittel des Texas-Blues zurück.