Dixie Chicks

Dixie Chicks, amerikanisches Country-Trio, 1989 in Dallas, Texas, gegründet.

Bandbiografie

Die Schwestern Martie Erwin (* York, Pennsylvania, 12. 10. 1969; Fiddle, Gesang), eigentlich Martha Elenor Erwin, nach Heirat 2001 Martie Maguire, und Emily Burns Erwin (* Pittsfield, Massachusetts, 16. 8. 1972; Banjo. Gitarre, Gesang), nach Heirat Emily Robison, hatten die Gruppe zunächst gemeinsam mit Laura Lynch (* 1956) und Robin Lynn Macy (* 1956) gegründet. Zwar konnten die jungen Frauen zwei CDs mit Bluegrass-Musik (»Thank heaven for Dale Evans«, 1990; » Little ol‘ cowgirl«, 1992) aufnehmen und veröffentlichen, doch waren sie mit dieser Musik allenfalls regional erfolgreich.

Die Musikerinnen entschlossen sich daraufhin, den engen Rahmen, den der Bluegrass vorgab, zu verlassen und sich zeitgemäßem Country Rock zuzuwenden, doch war Robin Lynne Macy damit nicht einverstanden und verließ 1992 die Gruppe. Den Lead-Gesang übernahm Laura Lynch. In dieser Besetzung wurde die CD »Shouldn’t a told you that« aufgenommen und 1993 veröffentlicht. Aber auch dieses Album wurde vom Publikum ignoriert und größere Popularität brachten weder Auftritte in überregionalen Fernsehsendungen noch ein Auftritt anlässlich der der Amtseinsetzung Präsident Bill Clintons.

1995 gab Laura Lynch auf und wurde durch Natalie Louise Maines (* Lubbock, Texas, 14. 10. 1974), Tochter des Steel-Gitarristen Lloyd Maines (* 28. 6. 1951), ersetzt. Das Trio wechselte zu dem zu Sony BMG gehörenden Label Monument Records. Mit Maines als Lead-Sängerin stellte sich der Erfolg beinahe über Nacht ein: Das Trio veröffentlichte 1997 die Single »I can love you better«, die es in die Top Ten der amerikanischen Charts schaffte, dann 1998 das Album »Wide open spaces«, dem die Single entnommen worden war. Drei weitere aus »Wide open spaces« ausgekoppelte Singles erreichten Platz Eins der Hitparade, das Album fand innerhalb eines Jahres mehr als 12 Millionen Käufer und ist damit eine der 50 meistverkauften Platten der USA überhaupt. »Fly«, ein Jahr später veröffentlicht, war fast ebenso erfolgreich.

Der immense kommerzielle Erfolg der CDs des Trios konnte allerdings nicht verhindern, dass die drei Musikerinnen mit ihrer Plattenfirma in Streit gerieten. Das Album »Home« produzierten die Dixie Chicks unabhängig von ihrer Major-Firma und veröffentlichten es nach Beilegung des Streites mit Sony BMG erst im Jahre 2002.Obwohl sich das Trio mit dem Album wieder ein wenig dem Bluegrass näherte und mit seinen Themen auch nicht den Maßstäben der etablierten Country Music entsprach, war auch »Home« erneut ein Erfolg: Der Song »Long time gone« stieg in die Top-Ten der Pop-Charts auf und 2003 konnte die Dixie Chicks Grammys in vier Kategorien entgegennehmen.

Einen Knick erhielt die Karriere der drei Musikerinnen allerdings, als sich Natalie Maine kritisch über US-Präsident George Bush und den von ihm begonnenen Irak-Krieg äußerte. Dem Boykott ihrer Konzerte wie den Aufrufen, die CDs des Trios nicht zu kaufen, begegneten die drei Musikerinnen entschlossen und ließen sich nicht einschüchtern; Schützenhilfe erhielten sie u.a. von Madonna und Bruce Springsteen. Bush selbst allerdings kümmerte sich nicht um die Anwürfe der drei Country-Stars und verwies kühl auf das in den USA geltende Recht der freien Rede. Wie weit die Ablehnung der Dixie Chicks in dieser Zeit allerdings ging, zeigt die Tatsache, dass das amerikanische Rote Kreuz eine Millionenspende des Trios abwies.

2005 legten die Dixie Chicks die Single »I hope« vor, die sie mit Unterstützung des Bluesmusikers Keb’ Mo’ aufgenommen hatten. Wenig später erschien mit »Not ready to make nice« (2006) eine weitere Single aus dem ebenfalls 2006 veröffentlichten Album »Taking the long way«. Das von Rick Rubin produzierte Album stellte eine Öffnung der Gruppe zu Blues und Rock dar, Bluegrass schien lediglich noch als Reminiszenz auf. Das Country-Establishment wie auch die konservative Country-Hörerschaft lehnten das Trio zwar mitsamt seiner Musik weiterhin ab, doch erreichte »Taking the long way« dennoch den ersten Platz der Pop- und der Country-Hitparade. Ihr Publikum erreichten die Dixie Chicks nun eher im Norden der USA, in Kanada und vor allem in Europa.

»Taking the long way« zeigt exemplarisch, wie zeitgemäße Country-Musik gestaltet sein kann: Die drei Musikerinen setzten auf vokales und instrumentales Können, wie es in der Country Music ohnehin üblich ist, bezogen dennoch aber Anregungen aus anderer Musik in ihre Aufnahmen ein. Wie die Konzertauftritte des Trios zeigen, hat es in Natalie Maines eine hervorragende Lead-Sängerin, die im Verein mit Marty Maguire und Emily Robison für einen leicht erkennbaren Gruppenklang sorgt. Das von Rubin produzierte Album »Taking a long way« überzeugte auch mit den Songs, für die die drei Musikerinnen durchweg als Co-Autorinnen verantwortlich zeichneten.

Auszeichnungen

American Musik Awards (2001, 2003)
Billboard Music Award (2002)
Country Music Awards (1998, 1999, 2000 jeweils in mehreren Kategorien, 2002)
Grammy Awards (1999, 2000, 2003 jeweils in mehreren Kategorien, 2005, 2006; insgesamt erhilet die Gruppe bis 2009 13 Grammys)

Diskografie

Thank heavens for Dale Evans (1990)
Little ol‘ cowgirl (1992)
Shouldn’t a told you that (1993)
Wide open spaces (1998)
Fly (1999)
Home (2000)
Top of the world tour: Live (2003)
Taking the long way (2006)

 

Weblink

http://www.dixiechicks.com (Offizielle Website der amerikanischen Countrygruppe The Dixie Chicks)