Natalie Merchant

Merchant, Natalie Anne, amerikanische Folkmusikerin (Gesang, Komposition, Text), * Jamestown (New York) 26.10.1963.

Biografie

Natalie Merchant wuchs zwar in einem an Musik interessierten Elternhaus auf, kam mit Rock- und Folkmusik aber erst als Teenager näher in Berührung. Während ihres Studiums am Jamestown Community College wurde sie 1981 Mitglied der Folkrock-Band 10,000 Maniacs und gehörte ihr bis 1993 an. Zwar hatte sie erheblichen Einfluss auf die Musik der Band nehmen können und wurde mit deren Namen identifiziert, hatte sich aber dennoch zunehmend eingeengt gefühlt.

1995 veröffentlichte Natalie Merchant ihr erstes Soloalbum. »Tigerlily« enthielt vor allem sanfte, in der gesamten Anlage etwas rückwärtsgewandte Folksongs. Die aus dem Album ausgekoppelten Singles »Carnival«, »Jealousy« und »Wonder«, allesamt Preziosen zwischen Rock und Folk, schafften es bis in die Top 40 der amerikanischen Hitparade. Innerhalb des Publikums von Folk und Alternative Rock genoss Natalie Merchant erhebliches Ansehen, so dass sie 1998 als Hauptattraktion an der Lilith Fair Tour teilnahm. Im selben Jahr legte sie mit »Ophelia« ihr zweites Album vor, eine Mischung von neuen Songs, Cover Versions und einigen Songs, die sie früher schon einmal mit den 10,000 Maniacs eingespielt hatte.
Nach der Veröffentlichung von »Motherland« trennte sich Natalie Merchant von ihrer Plattenfirma Elektra Records und gründete ein eigenes Label, dem sie den Namen Myth America Records gab. Der Name war so etwas wie ein Programm, denn die erste Veröffentlichung auf dem neuen Label, »The House Carpenter´s Daughter« (2003), enthielt teils sehr alte Folksongs wie »Which Side Are You on« oder »Owensboro«, teils aber auch neu komponierte, durchweg mustergültig gesungen und aufgenommen. Mit Myth America hatte sie sich selbst ein Forum für ihr soziales und politisches Engagement geschaffen.

Im Laufe der Jahre hat Natalie Merchant mit diversen Musikern zusammengearbeitet, so etwa mit Michael Stipe von R.E.M, Peter Gabriel, den Cowboy Junkies, David Byrne, Tracy Chapman und dem Briten Billy Bragg. Erst 2010 erschien mit »Leave Your Sleep« ein weitere Album der Sängerin. Dafür hatte sie zu einigen eigenen Texten und fast zwei Dutzend Gedichten amerikanischer Dichter der vergangenen Jahrhunderte Songs geschrieben, dabei die ganze Palette amerikanischer Musik genutzt, Folk, Country, Reggae, Blues, Jazz, Kunstmusik europäischer Prägung und die Musik der Ureinwohner Nordamerikas und im Laufe von fast sieben Jahren mit der Hilfe von fast einhundert Musikern diese Songs eingespielt. Nicht ganz zufällig wurde das Album von Nonesuch Records veröffentlicht, stellt es doch ein herausragendes Beispiel amerikanischer Musik dar.

Natalie Merchant gehört zu dem seit den 1990er-Jahren stetig gewachsenen Kreis amerikanischer Musiker, die sich auf die Werte und die Schönheit amerikanischer Volksmusik besinnen und in diesem Sinne eigene Songs schreiben und veröffentlichen. Dabei steht immer die Geschichte des Songs im Vordergrund und wird von einer konservativen Instrumentierung getragen. Gitarren, Banjo, Klavier, Hammond-Orgel, manchmal eine Fiddle, Schlagzeug. Natalie Merchants Stimme ist die ideale Trägerin dieser Botschaften, von einem eigenartigen Klang und fern jeglicher Studio-Gimmicks. Ihr Album »Leave Your Sleep« ist sicherlich das bedeutendste ihrer Karriere und zeigt sie als singuläre Song-Schreiberin, die sich kongenial in die Texte anderer Urheber einfühlen kann.

Diskografie

Tigerlily (1995)
Ophelia (1998)
Live in concert (1999)
Motherland (2001)
The House Carpenter´s daughter (2003)
Leave Your Sleep (2010)
Natalie Merchant (2014)

Weblink

http://www.nataliemerchant.com (Offizielle Website der amerikanischen Folksängerin Natalie Merchant)