Randy Newman

Newman, Randy, eigentlich Randall Stuart Newman, amerikanischer Songwriter (Text, Komposition) und Pianist, * Los Angeles (Kalifornien) 28.11.1943.

Biografie

Randy Newman wurde in eine der Musik zugewandten Familie hineingeboren: Drei seiner Onkel und zwei Vetter sind Filmmusikkomponisten und auch sein Vater Irving George Newman widmete sich in seiner Freizeit der Komposition. So verfasste auch Randy Newman bereits in seiner Jugend selbst Songs und konnte 1961, im Alter von achtzehn Jahren, mit »Golden gridiron boy« seine erste Single. Da der Erfolg allerdings ausblieb, entschloss er sich, nur noch Songs zu schreiben und zu arrangieren. Tatsächlich gelang es ihm schnell, mit seinen Texten und Kompositionen im Musikgeschäft Fuß zu fassen: Newmans Songs wurden unter anderem von Cilla Black, Gene Pitney, Irma Thomas, Jerry Butler und Alan Price gesungen und teils zu Hitehren geführt. Mitte der 1960er-Jahre war er etabliert und versuchte erneut, auch als ausübender Musiker Erfolg zu haben. Der versierte Pianist schloss sich für kurze Zeit der Band The Tikis an, aus der später Harper´s Bizarre wurde, wählte dann aber den Weg einer Solokarriere.
Obwohl sein Debütalbum »Randy Newman«, 1968 veröffentlicht, auf wenig Publikumsresonaz stieß, enthielt es einige Songs, die zu Klassikern wurden: »I think it´s going to rain today« wurde unter anderem von Dusty Springfield, Pat Boone, Peggy Lee und den Everly Brothers in Cover-Versions vorgelegt. »Davy the fat boy« und »Cowboy« boten weitere Beispiele von Newmans Können als Songwriter. Als 1970 der Sänger Harry Nilsson ein komplettes Album mit Songs von Newman einspielte (»Nilsson sings Newman«) und einige Erfolg damit hatte, arrangierte Newman die Songs seines Debüts für eher kleine Rockformationen um und veröffentlichte sie unter dem Titel »12 Songs« (1970) neu. Aber auch diese Konzession an ein junges Publikum verfing nicht, selbst als die Rockband Newmans »Mama told me not to come« – auf »12 Songs« enthalten – in einer eigenen Version in die Hitparaden brachte. Newmans Fan-Gemeinde wuchs aber nicht zuletzt aufgrund der vielen erfolgreichen Cover-Versions seiner Songs so sehr, dass sein Album »Randy Newman live« schließlich mit einer Hitparaden-Notierung in den Top Twenty der USA den erhofften Erfolg brachte.
Doch schliff sich dieses Muster ein. Newman schrieb Songs, mit denen er selbst keinen Erfolg hatte, die andere aber offensichtlich leicht in die Hitparaden brachten. Joe Cocker sang »You can leave your hat on«, Linda Ronstadt und Ray Charles »Sail away«, den Titelsong von Newmans 1972 veröffentlichter LP. Dennoch veröffentlichte Newman unverdrossen im Abstand von wenigen Jahren weiter LPs: 1974 erschien »Good old boys«, 1977 »Little criminals«, 1979 »Born again« – allesamt sarkastische Beschreibungen der Schattenseiten Amerikas, die dem Sänger Anfeindungen und Boykotte einerseits, mitunter aber auch erheblichen Verkaufserfolg einbrachten.
Gegen Ende der 1970er Jahre verlegte Newman sich verstärkt auf die Komposition von Filmmusik und der Veröffentlichung von »Trouble in paradise« 1983 erschienen weitere CDs nur noch sporadisch. Newman selbst ging durch eine Phase von Umbrüchen in seinem Leben und erkrankte schwer an einer Virusinfektion, die er schließlich überwand. Newman hielt eine Art Rückschau, nahm einige ältere Songs erneut auf und veröffentlichte sie 2003 unter dem titel »The Randy Newman songbook vol. 1«.
Inzwischen hatte er sich längst als Filmmusikkomponist etabliert. Hatte er schon Anfang der 1970er Jahre vereinzelt Musik für Filme geschrieben, so konnte er nun kontinuierlich für den Film arbeiten. Er schrieb die Soundtracks zu Pixar-Trickfilmen wie »Toy story«, »A bug´s life«, »Toy story 2«, »Monsters, Inc.« und »Cars« und wurde für die Musik zu »The natural« wieder einmal für einen Oscar nominiert – eine von 17 Nominierungen. 2001 erhielt er die Auszeichnung schließlich für einen Song in »Monsters inc.«. Allein für seine Filmmusik wurde er viermal mit dem Grammy ausgezeichnet, duchweg erst nach 1999; für seine Solo-Werke hatte er nicht einen erhalten.
Die Musik zu »The natural« zeigte exemplarisch, dass Newman sich nicht mehr auf den mehr oder weniger ausgefeilten Rocksong beschränken wollte. Zwar hatte er seine Songs immer wieder auch mal mit opulenten Arrangements versehen, doch hatte er seit Anfang der 1990er-Jahre auch begonnen, sich Themen des Bildungsbürgertums zu nähern. So beschäftigte ihn jahrelang der »Faust«-Stoff, er produzierte ein Konzeptalbum dazu und schließlich ein Musical, in dem Faust ein Heavy-Metal-Musiker ist. Nachhaltigen Erfolg hatte dieses Werk ebenso wenig wie ein leicht autobiografisches Musical mit dem Titel »The Education of Randy Newman«, in dem er Aspekte seines Lebens als zwar geschätzter, aber kommerziell nur mäßig erfolgreicher Songwriter thematisierte.
Randy Newman hat weder in den USA noch in Europa jemals das große Publikum erreicht. Da die Ursache hierfür nicht die Qualität seiner Songs sein kann – immerhin wurden seine Kompositionen von zahlreichen anderen Sängern durchaus erfolgreich interpretiert und bis in die Top-Ten der Hitparaden gebracht. »You can leave your hat on« ist in der Fassung von J. Cocker geradezu ein Klassiker. Eher schon dürfte es die Sprödigkeit seines Vortrags sein: Er bestreitet seine Konzerte allein, begleitet sich am Klavier selbst und singt seine Texte mit einer rauhen, quengeligen Stimme. Die Themen seiner wenigstens ironischen, oft aber bitterbösen Texte taugen auch nicht dazu, die Massen zu begeistern. Einige male versuchte er, aus diesem Korsett auszubrechen, verpflichtete etwa Jeff Lynne als Produzenten für »Land of dreams« (19889, über dessen Band Electric Light Orchestra er sich wenige Jahre zuvor noch mokiert hatte (»Story of a rock ´n´roll band«, 1979). Newman setzt viel voraus. Er schlüpft in die von ihm ins Visier genommenen Figuren und singt aus deren Blickwinkel – als Ironie nicht immer unmittelbar erkennbar.



Auszeichnungen

Oscar 2002
Grammy 2000
Grammy 2001
Grammy 2003
Grammy 2007



Diskografie

Randy Newman (1968)
12 Songs (1970)
Randy Newman live (1971)
Sail away (1972)
Good old boys (1974)
Little criminals (1977)
Born again (1979)
Trouble in paradise (1983)
Land of dreams (1988)
Bad love (1999)
The Randy Newman Songbbok Vol. 1 (2003)
Harps and Angels (2008)



Musical

Randy Newman’s Faust (1995)



Filmmusik

Performance (1970)
Cold turkey (1971)
Ragtime (1981)
The natural (1984)
¡Three Amigos! (1986)
Parenthood (1989)
Awakenings (1990)
Avalon (1990)
The paper (1994)
Maverick (1994)
Toy story (1995)
James and the giant peach (1996)
Michael (1996)
Cats don’t dance (1997)
A bug’s life (1998)
Babe: Pig in the city (1998)
Pleasantville (1998)
Toy story 2 (1999)
Meet the parents (2000)
Monsters, Inc. (2001)
Seabiscuit (2003)
Meet the Fockers (2004)
Cars (2006)
Leatherheads (2008)



Weblink

http://www.randynewman.com (Offizielle Website des amerikanischen Sängers und Komponisten Randy Newman)