Victoria Williams

Williams, Victoria, amerikanische Folk-Musikerin (Gesang, Gitarre, Komposition, Text), * Shreveport (Louisiana) 23.12.1958.

Biografie

Victoria Williams lernte autodidaktisch Gitarre und begann als Jugendliche, eigene Songs zu schreiben. Sie war Mitglied einer Colleg-Band (The G.W. Korners) und trat solistisch in den Folk-Clubs in Los Angeles auf. 1986 veröffentlichte Victoria Williams ihre erste CD, nachdem sie 1984 bereits eine Single mit zwei Songs produzierte hatte. »Happy come home« wurde einem größeren Publikum aber erst bekannt, als sie 1990 »Swing the statue« vorgelegt hatte und mit ihren Miniaturen aus dem amerikanischen Kleinstadt- und Landleben auch Zuhörer in Europa fand. Gerade die Themen ihrer Songs, verpackt in vermeintlich einfache Kompositionen, ließen William schnell zur »Musician´s musician« werden. Dies zeigte sich besonders deutlich, als 1993 bekannt wurde, dass sie an Multipler Sklerose erkrankt sei und Rockbands wie Pearl Jam und Soul Asylum oder Stars wie Lou Reed, Evan Dando und Lucinda Williams an einem Benefiz-Album für die Sängerin teilnahmen. Die Erlöse des Albums waren so hoch, dass Williams die Stiftung Sweet Relief Musicians Fund gründen konnte, deren Aufgabe es ist, erkrankten Musikern zu helfen. Anscheinend unbekümmert um ihre Krankheit produzierte Victoria weiter CDs und ging auf Tour. Ihr drittes Album, »Loose« erschien noch 1993, 1995 folgte mit »This moment in Toronto with the Loose Band« ein Live-Album.
Ging sie in den 1980er-Jahren gelegentlich mit der Desert-Rockband Giant Sand auf Tournee, so gründete sie nach ihrer Heirat mit Mark Olson, vordem Protagonist der Band The Jayhawks, die Formation Original Harmony Ridge Creek Dippers eine eigene Band; mitunter erscheint sie auf den Alben dieser Gruppe – die vornehmlich Songs von Olsen auf CDs bringt – unter dem Pseudonym Mabel Allright. Mehr wie eine Feierabend-Band wirkt die Gruppe The Thriftstore Allstars, in der Williams ebenfalls gelegentlich mitspielt. Kompositionen Williams sind immer wieder auch auf den Alben anderer Einzelmusiker und Bands zu hören und sie wurde im Laufe der Jahre zu einer Ikone der alternativen Folk- und Country-Musik.
Victoria Williams ist kein Star. In Konzerten tritt sie in kittelartigen Kattunkleidern auf und singt ihre Lieder über die Alltäglichkeiten des Daseins mit kleiner, quäkender Stimme zu einfachen Gitarrenakkorden. Das alles wirkt aber so authentisch, dass der Zuhörer von der Wahrhaftigkeit ihrer Texte jederzeit überzeugt ist. So interpretiert sie auch klassische Songs des American Songbooks wie beispielsweise »Somewhere over the rainbow« ohne jede große Geste, ohne falsches Pathos, nimmt den Text ernst und zeigt dem Zuhörer dabei die meist verdeckten Seiten der Songs.



Diskografie

Happy come home (1987)
Swing the statue! (1990)
Loose (1993)
This moment in Toronto (1995)
Musings of a creekdipper (1998)
Water to drink (2000)
Sings some ol‘ songs (2002)