a cappella

a cappella, italienisch für »nach Art der (Sänger-)Kapelle«, seit Anfang des 17. Jahrhunderts Bezeichnung für eine Kompositionsweise der geistlichen Mehrstimmigkeit (meist Sopran, Alt, Tenor, Bass). Neben die Vokalstimmen konnten Instrumente zur Stimmverstärkung treten, wie auch Generalbass-Begleitung möglich war. Seit Anfang des 19. Jahrhunderts wird unter dem Begriff aber ausschließlich Chormusik verstanden, die nicht von Instrumenten begleitet wird.

Zunächst bezog sich der Begriff auf nach dem Vorbild G. Palestrinas und anderen Komponisten des 16. Jahrhunderts im strengen Kontrapunkt ausgeführte Vokalmusik. Dieser Schreibart – die als alt, würdevoll und kirchlich angesehen wurde – standen einerseits die Seconda Pratica, der nach 1560 entwickelte Kompositionsstil gegenüber, andererseits der »stile recitativo« und der konzertierende Stil gegenüber. Im 19. Jahrhundert sahen die Vertreter des Caecilianismus diesen Stil als das Ideal reiner kirchlicher Tonkunst an, setzten sie doch den »Palestrina-Stil« mit dem A-cappella-Stil gleich. Eine Wiederbelebung erfuhr der A-cappella-Stil seit den 1920er-Jahren durch P. Hindemith, E. Pepping, J. N. David, B. Bartók, Z. Kodály und G. Ligeti.

A-cappella-Gesang ist aber auch ein Bestandteil afroamerikanischer Musik und daher in Rock- und Popmusik gelegentlich zu finden, mitunter durchsetzt mit Elementen des Doo Wop. Beispiele bieten etwa Aufnahmen der Bands Gentle Giant (»Design«; 1976), The Ivy League (»My Old Dutch«) und The Housemartins (»Caravan of Love«).

Barbershop Harmony ist der Namen einer besonderen Art von A-capella-Gesang, der seine Heimat im Süden der USA hat. Der Gesang basiert auf meist im Terz- oder Quintabstand parallel geführten Stimmen. Hier und da findet sich auch ein Beispiel des Barbershop-Gesangs in der Rockmusik, so in mit »Naked Man« auf der LP »New City« (1975) der amerikanischen Brassrock-Band Blood, Sweat & Tears. Auch der Beginn von »Nowhere Man« (1965) der Beatles kann dieser besonderen Form des A-cappella-Gesangs zugerechnet werden.

Etwa seit Anfang der 1990er-Jahre erlebt der A-cappella-Gesang in kleinen Gruppen zu 4 bis 8 Sängern zumal in Deutschland eine Renaissance, von der auch diverse Festivals zeugen. Dabei ist das Programm dieser Formationen breit gefächert und reicht von Alter Musik über Nostalgie-Musik (Comedian Harmonists) und Arrangements von Jazz, Pop und Rock bis hin zu Neuer Musik.