Afrobeat

Afrobeat, aus Funk-Jazz und westafrikanischer Popmusik gebildete Musik, die Anfang der 1970er-Jahre im Süden Nigerias entstand.

Den Begriff selbst soll der nigerianische Musiker Fela Kuti (Geang, Trompete, Saxophon, Keyboards) geprägt haben, der zugleich auch als wichtigster Vertreter des Afrobeat gilt. Kuti hatte gegen Ende der 1960er-Jahren seine Band Koola Lobitos gegründet, mit der er die seinerzeit übliche Highlife spielte. Während eines Aufenthalts in den USA lernte er die Musik Miles Davis´ und James Browns kennen und übertrug sie – zurückgekehrt nach Nigeria – auf eine neu gegründete Band, die er Africa 70 nannte. Die Gruppe bestand aus einer Vielzahl von Sängern, Bläsern und Perkussionisten, mit denen gemeinsamer die Grundlagen des Afrobeat entwickelte.

Dabei handelt es sich allemal um ausgedehnte Instrumentalimprovisationen zu einem ständig präsenten Hintergrund, der von diversen Schlaginstrumenten geprägt wird. Ganz im Sinne des 1970 verstorbenen, keineswegs unumstrittenen Kuti, versteht sich Afrobeat bis heute als politische Musik. In den Pamphleten ähnelnden Texten werden soziale Missstände angeprangert und die Wiedereinsetzung afrikanischer Werte gefordert.

Aus europäischer Sicht existierte Afrobeat beinahe ausschließlich in den LPs Fela Kutis, die teilweise auch in Europa lieferbar waren. In Afrika verbreitete sich die Musik, zumal nach dem Tode Kutis, durch seine Söhne Femi und Seun und ihre Bands, die die Idee dieser Musik weitertrugen. Außerhalb Afrikas blieb die Musik dennoch nahezu unbekannt.

Gegen Ende des 20. Jahrhunderts war Afrobeat in der seit den 1990er-Jahren im Westen modisch gewordenen so genannten Weltmusik aufgegangen. Amerikanische DJs griffen die Musik auf und verwendeten die Musik aus Afrika in ihren HipHop-Produktionen. Bald wurden ältere Aufnahmen wieder veröffentlicht. Seitdem besetzt Afrobeat auch in der westlichen Hemisphäre eine Nische, kenntlich etwa an der Musik des Saxophonisten Martin Perna und seiner Gruppe Antibalas, des Chicago Afrobeat Projects, der in New York beheimateten Big Band Chopteeth und des Orchesters Albino! aus San Francisco.