Akkordsymbolschrift

Akkordsymbolschrift, in Jazz und Rock gebräuchliche Schrift zur Fixierung und Verdeutlichung von harmonischen Gegebenheiten.

Grundlage der Akkordsymbolschrift sind Buchstaben und Zahlen, die durch eine Reihe von Zeichen wie b- und Kreuz-Zeichen, Plus- und Minus-Zeichen sowie einige Abkürzungen wie »m«, »aug« und »sus« ergänzt werden können. Nach diesem Baukastensystem kann jeder Akkord eindeutig beschrieben werden. Zur Angabe eines einfachen Dreiklangs etwa genügt lediglich ein Buchstabe, beispielsweise steht ein C für den C-Dur-Dreiklang. Ein C-Moll-Dreiklang wird mit Cm angegeben; Cm7 gibt an, dass die zugrunde liegende Harmonie ein C-Moll-Septakkord ist, C# das Cis Dur vorliegt. Da die Akkordsymbolschrift aus dem angloamerikanischen Sprachbereich stammt, wird H-Dur mit B, ein B-Dur-Akkord mit Bb bezeichnet. Akkorden, die durch Terzenschichtung erweitert wurden, sind Ziffern beigegeben: Bei C9b beispielsweise handelt es sich um einen C-Durdreiklang mit Sept und tiefalterierter None.

Lage des Akkordes, Umkehrungen, Häufigkeit und Rhythmus wie auch tatsächlich erklingende Töne werden durch die Akkordsymbolschrift nicht festgelegt. Es ist also Sache des Instrumentalisten, die Akkordsymbolschrift mit Hinblick auf die jeweilige Melodie und Herkunft der Komposition auszugestalten.
Einer Melodie beigegeben, bildet die Akkordsymbolschrift gemeinsam mit dieser ein so genanntes Lead Sheet, das einem Jazz- oder Rockmusiker genügt, um ein Musikstück interpretieren zu können. Die Akkordsymbolschrift wird üblicherweise unter die in ein herkömmliches Notationssystem geschriebene Melodie gesetzt. Da die Akkordsymbolschrift die jeweils zugrunde liegende Harmonie beschreibt, gilt ein Akkord-Zeichen immer so lange, bis es von einem anderen abgelöst wird. Zwar wurde die Akkordsymbolschrift im Jazz entwickelt, doch ist sie auch vielen Rockmusikern bekannt.

In gewisser Hinsicht – wenn auch die Zeichen andere sind – ähnelt die Akkordsymbolschrift den Generalbass-Zeichen des Barock. Bei beiden Schriften wird stillschweigend vorausgesetzt, dass dem jeweils ausführenden Musiker die Regeln der Interpretation der Schrift bekannt sind.