Album oriented Rock

Album oriented Rock, Abkürzung AOR, seit Ende der 1960er-Jahre gebräuchlicher Begriff des amerikanischen Rundfunkwesens; bezeichnet wird damit eine stilistisch ungebundene Rockmusik, die als genuines Ausdrucksmittel nicht mehr die Single, sondern die Langspielplatte verwendete. Die Abkürzung AOR wird auch für den Begriff Adult oriented Rock verwendet.

Als Prototyp des Album Oriented Rock gilt die LP »Sergeant Pepper’s Lonely Hearts Club Band« (1967) der Beatles. Diente die Langspielplatte bis zur Veröffentlichung dieser LP im Bereich der Rock – und Popmusik vor allem der Sammlung von Hit-Singles, erweitert um weniger zugkräftige Songs, so wurden seitdem die Möglichkeiten der LP als künstlerisches Ausdrucksmittel genutzt. Im Gefolge von »Sgt. Pepper« entstanden mit Rockopern und Konzeptalben Song-Zyklen, die allein schon aufgrund ihrer zeitlichen Ausdehnung die Langspielplatte – oder auch Doppel und Mehrfachalben – benötigten. Darüber hinaus sprengte der seit Mitte der 1960er-Jahre aufgekommene Progressive Rock, der grundsätzlich den künstlerischen Ausdruck über die Erfordernisse einer rundfunktauglichen Drei-Minuten-Musik stellte und damit auch den strophischen Song als formgebendes Element aufgab, die Möglichkeiten der Single. Wenn auch kurzzeitig der Punk Mitte der 1970er-Jahre zur Single als genuines Medium zurückkehrte, wurde die Idee einer explizit für Langspielplatten – und dann auch CDs – gedachten Rockmusik nicht mehr aufgegeben. Album Oriented Rock bedeutete aber auch, dass die herkömmlichen Verbreitungsformen von Rockmusik, wie etwa die Top-40-Stationen in den USA, durch neue Kanäle erweitert werden mussten.