Anschlagsdynamik

Anschlagsdynamik, Fähigkeit von Tasteninstrumenten mit elektronischer Tonerzeugung und MIDI-Ausrüstung, Tastenbewegungen wie Anschlagsgeschwindigkeit und -druck zu erfassen und in digitale Werte umzurechnen

Während die Dynamik einiger der in Rock, Pop und Jazz gebräuchlichen Tasteninstrumente nicht verändert werden kann – dazu gehören etwa die Hammond-Orgel und das Mellotron –, ist ein überzeugender Klavierklang, wie ihn etwa Digital-Pianos und Stage Pianos zur Verfügung stellen, nur mit Hilfe einer von der Tastatur ausgehende dynamische Gestaltungsmöglichkeit, also mit einer funktionierenden Anschlagsdynamik möglich. Dazu wird die Tastenbewegung erfasst und in digitale Werte umgerechnet. Es hat sich als ausreichend erweisen, die Dynamik in 128 Werte aufzulösen. Die ermittelten Werte werden im Rahmen der MIDI-Übertragung an die jeweilige Tonerzeugung übergeben und in entsprechende Lautstärkegrade umgewandelt. Auch andere Tastenbewegungen wie etwa die Geschwindigkeit der Tasten-Rückbewegung (Release) werden auf digitalem Wege erfasst und in Steuerbefehle umgesetzt. Eine Besonderheit mancher Tasteninstrumente ist die so genannte Aftertouch-Funktion: Dabei wird eine bereits angeschlagene Taste niedergehalten und noch einmal zusätzlich gedrückt. Eine unter jeder Taste oder zumindest dem Tastaturrahmen angebrachte Reihe von Piezo-Elementen übernehmen den Druck, wandeln ihn in sich unter dem Druck verändernde Spannung, die wiederum als digitaler Wert an die Tonerzeugung übergeben wird. Mit dieser Funktion kann dann ein zweiter Klang ausgelöst werden. Um diese Funktion nutzen zu können, müssen aber sowohl Tastatur als auch das den Klang erzeugende Gerät (Synthesizer, Expander) ausgestattet sein.