Arrangement

Arrangement, Einrichtung eines Werkes der Musik (Komposition) für eine andere als die ursprünglich vorgesehene Instrumentierung; die erste Einrichtung einer fertiggestellten Komposition für ein bestimmtes Instrument oder eine Instrumentengruppe wird Instrumentation genannt. Der Übergang von Arrangement zu Bearbeitung ist fließend und geht of Hand in Hand.

So können beispielsweise Klavierwerke für größere Ensembles bis hin zu Orchestergröße arrangiert werden; Maurice Ravels Instrumentierung von Modest Mussorgskis Klavierwerk »Bilder einer Ausstellung« (1874) aus dem Jahre 1922 etwa ist ein Arrangement, die Umformung der gleichen Komposition durch die Rockgruppe Emerson, Lake & Palmer hingegen eine Bearbeitung, wurden doch nicht alle Teile der Komposition verwendet und zum Teil erheblich in deren Substanz eingegriffen. Aufgrund der Instrumentierung notwendige Anpassungen wie Verdoppelungen und Oktavierungen müssen noch nicht als Bearbeitung gelten.

Während in der traditionellen Kunstmusik Arrangements eine untergeordnete Rolle spielen, sind sie im Jazz beinahe von Anbeginn an essentiell. So wurde die Ausdeutung eines Jazzstückes – das im Grundsatz nur aus den Vorgaben Melodie, Harmonik und Metrik besteht – zu einer eigenen Kunstform. Über den Jazz erlangten Arrangements später in der gesamten so genannten Unterhaltungsmusik Bedeutung.

Mit seit den 1960er-Jahren zunehmendem Einfluss des Produzenten auf die Schallplattenproduktion gingen die Aufgaben des früher obligat eingesetzten Arrangeurs in dessen Hände über. So ist in der Rockmusik zwar die Instrumentierung eines Songs häufig durch die Besetzung der jeweiligen Band vorgegeben, doch kann der Produzent weitere Musiker hinzuziehen.

Die spätestens seit Ende der 1980er-Jahre übliche Form der Musikaufnahme und -gestaltung mit Hilfe von Computern machte es möglich, mehrer Arrangements zu erproben und gegebenenfalls auch zu veröfentlichen. So sind Remixes ihrem Wesen nach Arrangements, die häufig allerdings auch den Charakter von Bearbeitungen annehmen. In der Rockmusik gibt es den Fall der Cover Version, die in aller Regel auch ein Arrangement einer bereits veröffentlichten, meist mehr oder weniger erfolgreichen Vorlage sein kann. Mitunter sind deshalb Cover Versions interessanter als die Vorlagen.

Literatur

Gerlitz, Carsten/Kaiser, Ulrich: Arrangieren und instrumentieren – Barock bis Pop; Kassel 2005
Leopold, Silke (Hg.): Musikalische Metamorphosen – Formen und Geschichte der Bearbeitung; Kassel 1992)