Auftakt

Auftakt, englisch: up-beat, Bezeichnung für einen Taktteil, der vor dem ersten Taktteil des ersten Taktes eines Musikstückes das Stück eröffnet, also selbst auf einen unbetonten Taktteil fällt.

Der erste Takt eines Musikstückes, gleich welcher Taktart, beginnt stets mit einem betonten, einem so genannten »guten« Taktteil; die erste Zählzeit, also die Eins, ist im Metrum eines Taktes stets der Taktteil mit der stärksten Betonung. Die Mehrzahl aller Kompositionen, gleich welcher Musikart, ist nach dieser Regel konstruiert. Es gibt aber diverse Kompositionen, die von dieser Regel bewusst abweichen, indem vor den ersten vollständigen Takt ein unvollständiger Takt geschaltet ist, der mit einigen Tönen auf der letzten – unbetonten – Zählzeit – auf den ersten vollständigen Takt zusteuert.

Anhand einfacher Kinderlieder kann dieses Phänomen leicht demonstriert werden: Sowohl »Hänschen klein« als auch »Alle meine Entchen« beginnen auf der Zählzeit Eins des ersten Taktes. Anders der Beatles-Song »Yellow Submarine«: die Worte »In tue« beginnen auf einem Auftakt, also vor der Zählzeit Eins des ersten Taktes. Auf diese Zählzeit fällt das Wort »Turn«. Der Song bleibt auftaktig, denn auch der erste Takte endet auftaktig auf den zweiten Takt: Der Teil »I was« der Zeile »Where I was« ist wiederum auftaktig zu »born« wobei in geradezu klassischer Weise die wichtigen Textaussagen sich nicht nur reimen, sondern auch noch die bedeutsamen Aussagen enthalten (»Turn« für Seereise, »born« für das Ereignis der Geburt. Nebenbei erinnert das Wiegende der Auftakte eine Erinnerung an das Schaukeln auf dem Wasser.

Der Auftakt spielt eine wichtige Rolle im Tanz, erst recht bei Tänzen im Dreier-Takt: Der Auftakt gibt den Tänzern Zeit, sich auf die Eins des ersten Taktes – auf der die Schritte von Tänzen immer erst beginnen – zu konzentrieren. Für Kompositionsschüler bieten auftaktige Konstruktionen die Möglichkeit erster Schritte, denn es genügt ein einfaches Pattern, ein einfaches rhythmisches Modell, und die Kenntnis der Hauptharmonien, um einfache, aber für kleine Tänze geeignete Melodien und kurze Perioden zu finden.