Backkatalog

Backkatalog, auch Back-Katalog, zusammengesetzt aus englisch back für »zurück« und Katalog, Musikwirtschaft, Tonträgerveröffentlichungen, deren Veröffentlichungsdatum schon weiter zurück liegt; der Begriff hat gewisse Gemeinsamkeiten mit dem im Verlagswesen üblichen Begriff Backlist.

Während im Verlagswesen früher feste Veröffentlichungstermine – im Frühjahr und im Herbst – üblich waren, wurden Schallplatten schon immer unabhängig von saisonalen Terminen oder gar einschlägigen Messeterminen veröffentlicht. Im Verlagswesen gelangen etwa die im Frühjahr veröffentlichten Bücher quasi automatisch in die Backlist, wenn die Herbst-Neuerscheinungen verfügbar oder wenigstens angekündigt sind. Dieses an die Saisons gebundene Verfahren wurde längst auch im Verlagswesen aufgegeben.

In der Musikwirtschaft wird eine Neuerscheinung besonders behandelt: Der Preis etwa eines Albums ist relativ hoch, es werden Singles aus dem Album ausgekoppelt und in vielen Fällen wird auch Werbung für das jeweilige Album geschaltet. Dieses Verfahren wird direkt nach der Veröffentlichung eines Albums in Gang gesetzt. Sobald das Käuferinteresse nachlässt – das ist spätestens der Fall, wenn der betreffende Musiker oder die jeweilige Band ein neues Album auf den Markt bringen –, kommt der bis dahin als aktuell geltende Tonträger in den Backkatalog. Es wird also keine Werbung mehr für diese Platte gemacht, es wird keine Single mehr entnommen und in aller Regel wird der Preis gesenkt. In puncto Preissenkung gibt es mehrere Stufen: Zunächst wird der Preis nur wenig gesenkt, im Laufe der Zeit aber immer stärker, bis er auf einem einstelligen Euro-Betrag verharrt. Unterschreitet der Verkauf eine bestimmte Grenze, wird der jeweilige Tonträger aus dem Programm genommen, also aus dem Katalog gestrichen; mitunter werden früher oder später auch die Rechte an dem jeweiligen Titel verkauft. Große Plattenfirmen unterhalten spezielle Label, die den Backkatalog auffangen. Es ist das Schicksal beinahe jeder Tonträger-Veröffentlichung, über kurz oder lang in den Backkatalog überführt zu werden. Manche Bands und Musiker betrifft dies allerdings nicht: Die Veröffentlichungen beispielsweise der Beatles, der Rolling Stones und Pink Floyds gehören de facto zwar zum Backkatalog der jeweiligen Labels, werden aber nicht in gleicher Weise behandelt wie die Veröffentlichungen einer beliebigen Band. So werden die Preise in diesen Fällen eben nicht gesenkt.

Mitunter erregt eine aus dem Katalog gestrichene LP oder CD das Interesse von Sammlern; dies führt zu enormen Preissteigerungen der kursierenden Exemplare. Hin und wieder wird diese LP oder CD dann wieder veröffentlicht, so geschehen etwa mit der LP »It’s A Beautiful Day« (1969) der amerikanischen Band It’s A Beautiful Day, bei Sammlern unter dem Titel »White Bird« bekannt, oder mit »Recordings«, eine erstmals 2001 veröffentlichte Sammlung von Outtakes der britischen Band Porcupine Tree. Als die Beträge, die Sammler bereit waren, für die CD zu zahlen, gegen Ende des Jahrzehnts in schwindelnde Höhen stiegen, wurde das Album in opulenter Aufmachung erneut auf den Markt gebracht und behandelt wie eine Neuveröffentlichung.