Baroque Rock

Baroque Rock, veraltete Bezeichnung für Rockmusik, in der aus der traditionellen Kunstmusik entweder Zitate – auch Stilzitate – eingeflochten sind oder die auf Bearbeitungen von Kompositionen der traditionellen Kunstmusik beruht; der Begriff wurde vermutlich von der australischen Musikjournalistin Lillian Roxon, eigentlich Lillian Ropschitz (* 1932, † 1973), verbreitet, wenn nicht geprägt.

Lilian Roxon definierte in ihrer »Rock Encyclopedia« (1969), dass etwa manche Stücke von Procol Harum, Chrysalis, The New York String Ensemble, The New Rock Rock and Roll Ensemble, Ars Nova und des Gitarristen Sebastian Jorgenson als Baroque Rock anzusehen seien, weil in ihnen »ein Rock-Beat barocker Musik hinzugefügt« wurde (»…adding a rock beat to baroque music«). Gerade in manchen der von Roxon genannten Fällen ist eben dies nicht zutreffend: Procol Harums »A Whiter Shade of Pale« ist keineswegs »a Bach cantata«, wie Roxon glaubt, und Ars Nova haben auf ihren zwei LP keine Komposition aus dem Barock verwendet.

Der unglücklich geprägte Begriff wurde kaum angewendet und bereits in den 1960er-Jahren durch Begriffe wie Classical Rock und – in Deutschland – Klassikrock ersetzt.

Literatur

Roxon, Lillian: Lillian Roxon’s Rock Encyclopedia; New York 1969