Battle of Speeds

Battle of Speeds, Bezeichnung für den Konflikt der Fernseh- und Schallplattenkonzerne CBS-Columbia einerseits und RCA Victor andererseits um die Vormachtstellung im Schallplattenmarkt.

Die erste aus Kunststoff statt aus Schellack hergestellte Schallplatte wurde 1948 von der amerikanischen Firma Columbia Records vorgestellt. Die Schallplatte hatte einen Durchmesser von 30 cm (12 inch) und wurde mit einer Geschwindigkeit von 33 1/3 Umdrehungen abgespielt. Die verhältnismäßig geringe Geschwindigkeit war bereits 1931 von der amerikanischen Firma RCA Records eingeführt worden, hatte sich wegen der Unzulänglichkeiten des damals verfügbaren Schallplatten-Materials allerdings nicht durchsetzen können. Das Angebot der Columbia, die neue Langspielplatte zu lizenzieren, schlug RCA allerdings aus und entwickelte seinerseits eine Kunststoffplatte, die bei einem Durchmesser von 17 cm (7 inch) mit einer Geschwindigkeit von 45 Umdrehungen pro Minute abgespielt werden musste. Darüber gerieten die beiden Firmen in Konflikt.

Dieser wiederum führte zu größten Unsicherheiten bei den Herstellern von Abspielgeräten, die zunächst glaubten, dass eine der Firmen – und damit eine der beiden Geschwindigkeiten – sich auf dem Markt durchsetzen würde. Tatsächlich aber behaupteten sich beide Schallplattenformen, wenn auch mit unterschiedlicher Gewichtung hinsichtlich ihrer Nutzung: Die größere Platte der Columbia wurde zunächst vorrangig für das klassisch-romantische Repertoire genutzt, die kleinere für einzelne Songs und Schlager. Wesentlichen Anteil an der Verbreitung der billigeren – und damit für Teenager leichter erreichbaren – Single-Schallplatte hatte der zu Beginn der 1950er-Jahre aufgekommene Rock ’n’ Roll. Die Single wurde das genuine Medium für diese Musik und konnte sich bis in die 1960er-Jahre in dieser Rolle behaupten. Zu dieser Zeit waren Plattenspieler längst so ausgelegt, dass sie wenigstens die Umdrehungsgeschwindigkeiten 33 1/3 und 45 anboten.