Beat

Beat, englisch für »Schlag«,

1. Zählzeit innerhalb eines Taktes; ein 4/4-Takt beispielsweise weist vier Beats auf, wobei auf jedes Viertel ein Schlag, also Beat kommt. In der Abkürzung BPM, Beats per Minute, wird nicht der Takt als Bezugspunkt genommen, sondern die Zeiteinheit, hier also die Mínute. 100 BPM meint einhundert Viertel je Minute. Je nach Funktion eines Beats innerhalb eines Taktes kann die Bezeichnung Beat um Zusätze zu Up-Beat, Down-Beat, Off-Beat und On-Beat erweitert werden.

2. in der Bundesrepublik Deutschland auch Beatmusik, Bezeichnung für die Ende der 1950er-Jahre entstandene urbane Rockmusik in und um Liverpool, diese Spielart der Rockmusik wird nach dem Fluss Mersey, der durch Liverpool fließt, auch Mersey Beat oder seltener Mersey Sound genannt.

Als Musik ist der Beat von relativ einfacher Struktur. Die Musiker, die sich zu viert oder fünft zusammenfanden, hatten in aller Regel zuvor in Skiffle Groups erste musikalische Erfahrungen gesammelt. So gehörten zu einer typischen Beat-Band neben einem Schlagzeug ausschließlich Saiteninstrumente, nach ihrer Aufgabe in Leadgitarre, Rhythmusgitarre und Bassgitarre geordnet. Zu dem obligaten Solo-Gesang wurde häufig auch mehrstimmig Background gesungen, wobei sich Musiker an Vorbildern wie amerikanische Girl Groups oder Vokalensembles wie beispielsweise The Everly Brothers orientierten. Beatgruppen spielten vor allem amerikanische Rock ‘n’ Roll nach oder verfassten nach amerikanischen Vorbildern, zu denen etwa Chuck Berry und Buddy Holy zählten, eigene Songs. Blues spielte eine untergeordnete Rolle, wenn auch Stilelemente des Blues im Beat gängig sind.

Der Erfolg der Liverpooler Bands, zumal der Beatles, führte Anfang der 1960er-Jahre zu einer Dominanz des zunächst regionalen Stils. Beatgruppen wurden zunächst in weiteren Städten Englands gegründet, dann weltweit. Zu nennen sind neben den Beatles, deren Namen ein Wortspiel mit der Bezeichnung ist, The Searchers, Gerry And The Pacemakers, Cass And The Casanovas, Freddie Starr and The Midnighters, The Swinging Blue Jeans und Rory Storm And The Hurricanes, in Deutschland etwa The Rattles und The Lords sowie der Sänger Drafi Deutscher. Das Klangideal der Beatgruppen wurde auch von anderen Rockgruppen aufgegriffen, so etwa von den britischen Bands The Rolling Stones, The Who, The Animals und The Kinks, in den USA etwa von The Monkees und The Turtles.

Etwa Mitte der 1960er-Jahre verlor der Beat nach und nach an Bedeutung und damit der Begriff. Lediglich in Deutschland hielt sich der Begriff etwas länger, noch 1965 erhielt die erste Musik-Sendereihe des deutschen Fernsehens den Titel »Beatclub«, im Grunde ein Anachronismus. In der DDR war die Bezeichnung Beat noch Ende der 1960er-Jahre Synonym für Rockmusik. Der Begriff war spätestens mit Beginn der 1970er-Jahre historisch zu verstehen und bezeichnet ausschließlich die Rockmusik der beginnenden 1960er-Jahre, sofern sie aus Liverpool stammt oder sich auf die Liverpooler Musik beruft. Liverpool war mit seinen etwa 1000 Amateur-Bands noch Jahre später ein Zentrum der Beatmusik.