Bi-amping

Bi-amping, zusammengesetzt aus lateinisch bi für »zwei, doppelt« und englisch amping, abgeleitet von amplifier für »Verstärker«, Verstärkung eines Tonfrequenzsignals durch zwei Verstärker, wobei ein Verstärker für die tiefen Töne, der zweite für die hohen Töne eingesetzt wird. Die Möglichkeit des Bi-ampings wird vor allem von Bassisten genutzt.

Der eigentlichen Verstärkung ist dabei eine Frequenzweiche vorgeschaltet, die das Tonfrequenzsignal in einen Tiefton- und einen Hochtonbereich aufteilt. Die Trennfrequenz kann gewählt werden, auch kann für jeden der beiden Kanäle der Ausgangspegel getrennt eingestellt werden. Das auf diese Weise aufbereitete Signal wird an die Leistungsverstärker übergeben. Diese müssen nicht von gleicher Bauart sein, oft wird für den Tieftonbereich ein leistungsstärkeres Gerät verwendet. Der Vorteil des Bi-Ampings ist, dass mittels der Einstellmöglichkeiten der Frequenzweiche das Signal jedem der beiden Verstärkerzweige sehr genau angepasst werden kann, die Eigenheiten der Verstärker und Lautsprecher also berücksichtigt werden können. Nachteilig ist der größere Aufwand, den Frequenzweiche und zwei komplette Verstärker-Lautsprecher-Wege mit sich bringen. Daher wählen viele Bassisten den Kompromiss, das Frequenzband erst nach der Leistungsverstärkung aufzuteilen und Lautsprecher zu benutzen. In viele Lautsprecherboxen für Bassgitarren ist ein Druckkammer-Hochtöner eingebaut, vor den eine passive Frequenzweiche geschaltet ist.

Es gibt einige Bässe, die einen stereophonen Ausgang haben, also zwei Ausgangsbuchsen. Will man mit diesen Bässen Bi-amping einsetzen, so sind vier Verstärkerkanäle erforderlich. Dabei ist das Bi-amping nicht mit stereophoner Wiedergabe zu verwechseln.

Das Bi-amping kam in den 1970er-Jahren auf, als Bassisten wie etwa Chris Squire von Yes eine eher solistische Stellung innerhalb der Band einnahmen und daher den Anteil der Höhen im Frequenzband der Bassgitarre herausheben wollten. Squire war dann auch einer der ersten Bassisten, die diese Technik mit einem stereophon ausgelegten Bass der Firma Rickenbacker verwendeten.