Big Beat

Big Beat, englisch zusammengesetzt aus Big für »groß« und Beat für »Schlag«, von elektronischen Instrumenten bestimmte Tanzmusik, die Mitte der 1990er-Jahre von Bands und Einzelmusikern wie Fatboy Slim und Bands wie The Chemical Brothers und The Prodigy repräsentiert wurde.

Der Klang des Big Beats wird von analog arbeitenden Synthesizern und Drum-Computern bestimmt. Ergänzend werden Samples realer Schlagzeug-Aufnahmen hinzugefügt, allerdings mit Hilfe von Effektgeräten (Filter, Delay) stark bearbeitet. Neben den Percussion-Samples kommen auch Samples von Gesang, elektrischer Gitarre und Hammond-Orgel zum Einsatz. Anders als bei Techno – eine Musik mit ähnlicher Klangästhetik – ist die Rhythmik der Stücke variabler; beispielsweise wird nicht auf jedes Viertel eines Taktes ein Schlag der Bass Drum (Kick Drum) gesetzt und Break Beats spielen eine wichtige Rolle. Zur Produktion werden Sequencer (DAW) verwendet, mit deren Hilfe auch das zwischen 85 und 160 BPM übliche Tempo der Musikstücke exakt festegelegt werden kann.

Die britische Band The Chemical Brothers präsentierte etwa ab Mitte der 1990er-Jahre die Stilmittel des Big Beat prototypisch, als sie Soul, Funk und Techno mit Rap mischte. Norman Cook, ehemals Bassist der britischen Band The Housemartins, popularisierte unter dem Namen Fatboy Slim mit seinen Veröffentlichungen Big Beat. Die Verwendung von Kompositionen der britischen Bands Propellerheads und The Prodigy in dem Film »The Matrix« (1999; Regie: Andy Wachowski, Larry Wachowski) verhalf dem Stil zu einer breiten Publikumsbasis, so dass Big-Beat-Elemente auch in der Musik von Werbefilmen eingesetzt wurden. Gegen Ende der 1990er-Jahre wurden auch Aufnahmen von Rock, Pop und selbst Salsa als Material für Big-Beat-Produktionen herangezogen. Mitunter wurde der Stil nach 2000 auch als Tek Funk bezeichnet.