Bounce

Bounce, von englisch to bounce für »springen«,

1) Begriff aus der Swing-Ära, die Zeitmaß wie Vortragsart eines Stückes angibt. Charakteristisch für den Bounce ist ein eher langsames Tempo. Anders als im metrisch nicht immer eindeutigen Swing wird im Bounce strikt zwischen schweren und leichten Taktteilen des Vier-Viertel-Taktes unterschieden, wie Aufnahmen der Big Bands etwa von Jimmie Lunceford, Count Basie und Benny Goodman zeigen. Der Begriff selbst findet sich auch in einigen Titeln, beispielsweise in »Jersey Bounce« oder »Bouncing with Bud«.
2) in der Mehrspurtechnik, insbesondere bei beschränkter Zahl von Spuren, Bezeichnung für die Methode, bereits aufgenommene Spuren zusammenzufassen und auf wenige Spuren zu übertragen. Typisch ist das Zusammenfassen von mehreren Schlagzeugspuren zu einer Stereo-Spur. Auf diese Weise werden die vorher von den Schlagzeug-Aufnahmen besetzten Spuren frei und können für weitere Aufnahmen genutzt werden.
Das Bouncing, das auch Ping-Pong-Recording genannt wird, wurde in der professionellen Tonstudiotechnik Ende der 1950er-Jahre entwickelt, zunächst unter Einsatz von zwei Tonbandgeräten; die Technik wurde für viele Songs der Beatles benutzt. Später war es eine häufig eingesetzte Technik bei kleinen Vierspur-Kassetten-Bandgeräten, die von Amateuren benutzt wurden. Auch in der Arbeit mit einer Digital Audio Workstation spielt die Technik eine Rolle. Während aber bei analogen Aufnahmen die Qualität der überspielten Aufnahmen naturgemäß schlechter ist als die der ursprünglichen, hat in der digitalen Tontechnik auch wiederholtes Bouncing keinen Einfluss auf die Qualität der Aufnahmen.
Der Begriff Bouncing wird auch benutzt, wenn in einer DAW-Software bestehende Aufnahmen während des Abspielens mit Effekten versehen werden; dabei wird die eigentliche Aufnahme nicht verändert.
3) regional auf New Orleans und Teile der Südsatten der USA begrenzte, Ende der 1980er-Jahre aufgekommene Strömung im Hiphop; als erste Aufnahme des Bounce-Hiphops gilt Single »Where Dey At« (1991) von MC T. Tucker and DJ Irv. Kennzeichen des Bounce sind etwa die vom Blues bekannte formale Abfolge von Call and Response wie überhaupt auch ansonsten in der Musik der Region übliche Elemente. Über das Gebiet von New Orleans hinaus wurde der Bounce-Hiphop kaum bekannt.