Brit Funk

Brit Funk, zusammengesetzt aus der Abkürzung brit für »britisch« und Funk, etwa zwischen 1977 und 1985 Strömung der britischen Popmusik.

Grundlage des Brit Funk waren Elemente der amerikanischen Soul- und Funk-Musik der 1960er- und 1970er-Jahre etwa von James Brown, Sly and the Family Stone und Earth, Wind and Fire. So gehörte einerseits zwar Gesang beinahe obligat zum Brit Funk, doch waren Abschnitte, die ausreichend Raum für Improvisationen boten, feste Bestandteile der Kompositionen. Da die Bassisten der Stilrichtung ausschließlich elektrische Bassgitarren benutzten und die von dem Bassisten Larry Graham entwickelte Spieltechnik des Popping und Slapping benutzten und sie damit einen Widerpart zu den solistischen Instrumenten boten, änderte sich ihre Stellung innerhalb des Bandgefüges – manche Bassisten dominierten sogar über alle anderen Mitglieder der jeweiligen Band.

Seinen Anfang nahm der Brit Funk in London. Bands wie Hi Tension, The Real Ting, Heatwave und Light of the World konnten teilweise sogar Hits vorweisen, zumal Diskotheken in Anbetracht des allmählichen Niedergangs der Disco-Musik ab Mitte der 1970er-Jahre auch im britischen Funk eine Alternative für ihr Publikum sahen. So war der Brit Funk bis Ende der 1970er-Jahre eine starke Strömung in der Popmusik Großbritanniens geworden und Bands wie Incognito, The Inversions, First Light, Central Line und Second waren auch über lokale Berühmtheit hinaus gelangt, doch war die Musik vor allem eine Musik für den Konzertsaal und den Live-Auftritt in Diskotheken. Das Medium der Musik war dann auch weniger das jeweils von einer Band vorgelegte Album als der Sampler, die Sammelplatte, die die Aufmerksamkeit mehr auf das einzelne Stück als auf eine Band lenkte.

Dennoch gab es beispielsweise mit Level 42 eine Band, die international erfolgreich war; Mark King, Bassist der Gruppe, setzte neue Maßstäbe für sein Instrument und gilt als zentrale Figur des Brit Funk, war aber auch als Gastmusiker außerhalb dieses stilistischen Bereichs gefragt. Im Laufe der 1980er-Jahre ließ das Interesse des Publikums an den durchdringenden Slap-Klängen der Bassgitarren und der ungeniert zur Schau gestellten instrumentalen Virtuosität nach. Die Spielweise und der daraus resultierende Klang sind seitdem fester Bestandteil der Klangwelt der Rockmusik. Den Übergang vom Brit Funk jüngeren Formen der Tanzmusik markierten Bands wie Haircut 100, und Formationen wie Shakatak boten ein breites Spektrum an seinerzeit üblicher Tanzmusik.

Als Begriff lässt sich Brit Funk im übrigen kaum vom so genannten Jazz Funk und auch nicht vom Funk Rock abgrenzen, manche Bands des Brit Funks gelten auch als Jazz-Funk-Bands und die Sammelplatten benutzten bald diesen, bald jenen Begriff. Die Grenze könnte das Verhältnis von instrumentalem und vokalem Anteil bilden.

Diskografie

Level 42: – (1981)
Level 42: The Pursuit of Accidents (1982)
Shakatak: Invitations (1982)
Haircut 100: Pelican West (1982)
Diverse: Slipstream (1981)