Chicago-Blues

Chicago-Blues, städtische Ausprägung des Blues, daher auch City-Blues, mit dem Zentrum Chicago in den 1940er-Jahren entstanden.

Die formale Grundlage des Chicago-Blues war zwar der Country-Blues des Mississippideltas, doch wurde die Form bald standardisiert und die Instrumentation basierte nicht auf Gitarre und Mundharmonika, sondern auf elektrischen Instrumenten (E-Gitarre, E-Bass), Schlagzeug, Saxofon und Klavier oder Hammond-Orgel. Der City-Blues wurde sowohl für den Rhythm ‘n’ Blues als auch für die Rockmusik bedeutsam.

Gegen Ende der 1930er-Jahre verließen viele schwarze Amerikaner die Südstaaten und kamen im Zuge der »Great Migration« in den Norden der USA. Nach Chicago gingen vor allem Landarbeiter aus Mississippi, Alabama und Tennessee, um in der Industriestadt besser bezahlte Arbeit zu suchen. Unter den Zuwanderern befanden sich auch zahlreiche Musiker wie beispielsweise die Sänger und Gitarristen Elmore James, John Lee Hooker und Howlin’ Wolf. Zu den herausragenden Vertretern des Chicago-Blues gehören weiterhin Big Bill Broonzy, Sonny Boy Williamson und Arthur Crudup, später auch Buddy Guy, Muddy Waters, Jimmy Rogers, Champion Jack Dupree, Junior Wells, Charlie Musselwhite, Luther Allison, Otis Rush, Otis Spann und Willie Dixon. Auch von jüngeren weißen Musikern wurde der Chicago-Blues in den 1960er-Jahren aufgenommen und in Verbindung mit der amerikanischen Rockmusik gebracht. Zu diesen Musikern gehören neben anderen Michael Bloomfield, Paul Butterfield und auch die Bands The Blues Project und Canned Heat.