Classical Rock

Classical Rock, englisch für klassische Rockmusik, Bezeichnung für Rockmusik, in der in Form von Zitaten oder Stilzitaten auf Werke oder Teile von Werken der traditionellen Kunstmusik zurückgegriffen wird. Wegen seiner mangelhaften Eindeutigkeit wird der Begriff weder in den USA noch in Großbritannien durchgängig verwendet; der Begriff ist nicht mit dem Begriff Classic Rock – gemeint ist Rockmusik der Zeit zwischen 1950 bis 1975 – zu verwechseln.

Die Bezeichnung Classical Rock kam in der zweiten Hälfte der 1990er-Jahre auf und beschreibt ein Phänomen, das es in der Rock- und Popmusik etwa seit Ende der 1950er-Jahre gibt, möglicherweise aber auch schon länger. Zitate aus Kompositionen der traditionellen Kunstmusik waren in der Rockmusik zu Beginn der 1960er-Jahre zwar nicht üblich, doch nehmen Songs wie »Yesterday« (1965) von den Beatles, oder »A Whiter Shade of Pale« (1967) von Procol Harum mehr oder weniger eindeutig Bezug auf Vorbilder aus der traditionellen Kunstmusik. Von hier aus war es nur ein kleiner Schritt zur Verwendung tatsächlicher Zitate oder gar der Übernahme und Bearbeitung – in der Regel Einrichtung für das übliche Rock-Instrumentarium – von Teilen oder gar kompletten Kompositionen der Kunstmusik. Zum Classical Rock werden darüber hinaus aber auch Versuche von Rockmusikern gezählt, im Idiom der Kunstmusik eigene Werke zu schaffen, etwa Rockbands mit einem Orchester zu kombinieren. Bereits Ende der 1960er-Jahre versuchte die australische Rock-Journalistin Lillian Roxon dieses Phänomen in dem Begriff Baroque Rock zu fassen, doch konnte sich dieser schon aufgrund der fehlenden Schärfe nicht durchsetzen, sollte er doch von vornherein auch andere als barocke Musik meinen.

Der Begriff Classical Rock kam erstaunlicherweise erst nach der Phase, in der diese Musik – etwa von The Nice, Ekseption und zahlreichen anderen Bands – eine Rolle gespielt hatte, zu einiger Bedeutung. In Deutschland wurde diese Musik seit der zweiten Hälfte der 1960er-Jahre zumeist mit dem Begriff Klassikrock belegt.

Literatur

Roxon, Lillian: Lillian Roxon’s Rock Encyclopedia; New York 1969