Collage

Collage, nach französisch »kleben«, künstlerische Technik, ursprünglich aus dem Bereich der Bildenden Kunst; angewendet wird der Begriff etwa auf ein Bild, auf dem Plakatfetzen, Straßenbahn-Fahrschein, Textilien und ähnliche Gegenstände des Alltags in künstlerischer Absicht geklebt sind. Der Begriff wird auch für entsprechende Werke der Literatur und Musik benutzt.

Im musikalischen Bereich bezeichnet man mit dem Ausdruck eine Technik, mit der stilistisch weit auseinanderliegende, fertige Klangelemente miteinander gleichzeitig oder sukzessiv verbunden werden. Es ist nicht immer möglich, Collage und Zitat voneinander zu unterscheiden. Häufig beschränkt sich die musikalische Collage darauf, das seltsame Beisammensein fremder Musikstellen und Alltagsgeräusche aufzuzeigen (Musique Concrete).

Beispiele gibt es in der Rockmusik sehr viele, zumal die Produktion von Rockmusik in Gestalt der Mehrspurtechnik selbst schon ein Collageverfahren ist. In den Songs »Revolution No. 9« der Beatles (»The Beatles«, 1968 und »Lady Cab Driver« von Prince (»1999«, 1982) – um nur zwei Beispiele zu geben – wird die Collagetechnik in besonders auffälliger Weise verwendet, wie auch das Album »Future Games« der Gruppe Spirit (1977) als Ganzes ein Beispiel von Collage ist.

Auf Collage basieren auch verschiedene Strömungen der Tanzmusik Ende der 1960er-Jahre wie Hiphop und House. Eine erhebliche Rolle spielt dabei das Samplen von Musik und Geräuschen aller Art, die dann als Material für neue Musik zur Verfügung stehen. Letztlich ist auch die Tonerzeugung einiger Synthesizer ein collagierender Vorgang: Samples und elektronisch erzeugte Schwingungen können mit Hilfe dieser Instrumente zu neuen Klängen miteinander verbunden werden.

Literatur

Budde, Elmar: Zitat, Collage, Montage (in: Die Musik der sechziger Jahre, hg. von Rudolf Stephan, Mainz 1972)