Comping

Comping, Kurzform von Accompaniment, Musikerjargon für die instrumentale Begleitung eines Solisten; bezeichnet wird mit dem Begriff auch die Ausführung der Begleitung.

In Jazz, Rock und Popmusik werden Kompositionen meist nicht akribisch in Partituren notiert, sondern in Form von Lead Sheets festgehalten. Besonders für Gitarristen, Pianisten und Organisten ergibt sich daraus die Notwendigkeit, die in den Lead Sheets angegebenen Harmonien auszudeuten, also in für die jeweiligen Instrumente spielbaren Akkorde zu bringen. Dazu muss der jeweilige Musiker den stilistischen Bereich der Musik kennen, etwa auch das angestrebte Tempo. Bereits aufgrund dieser Angaben kann das Comping in weiten Grenzen festgelegt werden. Weiterhin muss der Musiker sich entscheiden, in welcher Lage das Comping erfolgen soll und welche Töne der Akkorde überhaupt gespielt werden sollen; im Einzelfall können die gegebenen Harmonien natürlich auch durch Terzenschichtung erweitert werden.
Gutes Comping ist keineswegs eine leicht zu bewerkstelligend Aufgabe, sondern erfordert großen Kenntnis des jeweiligen Stilbereichs, instrumentale Fähigkeiten wie auch das Vermögen, die eigene Musiker-Persönlichkeit in den Dienst der Sache stellen zu können. So konnten sich Gruppen wie etwa Booker T and The MGs oder auch Einzelmusiker wie der amerikanische Organist Benmont Tench, der Jazzgitarrist Joe Pass oder der Jazzpianist Teddy Wilson einen geradezu legendären Ruf als ebenso stilsichere wie originelle Begleiter erarbeiten.