Concept Album

Concept Album, auch Konzeptalbum, LP oder CD, die im Hinblick auf Text und/oder Musik ein geschlossenes Werk bildet, im Gegensatz zum Typus der Nummern-LP, der im Rock die Regel darstellt. Der Gegensatz ist jedoch nicht absolut, und es erscheint zweckmäßig, von verschiedenen Verwirklichungsgraden des Concept Albums zu sprechen.

Zunächst ist an die Formen der Rockoper und des Rockoratoriums zu denken. Aber schon das Album »Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band« der Beatles (1967) kann als eine Einheit angesprochen werden, die sich sowohl aus dem Rahmencharakter wie aus dem Textzusammenhang und aus der beinahe symmetrischen Anordnung der Tonarten der Einzelstücke ergibt. Zumindest Paul McCartney bestritt allerdings, dass mit »Sgt. Pepper« ein Concept Album geplant und veröffentlicht wurde; er habe das Wort vor der Veröffentlichung der Platte nie gehört.

»Absolutely Free« der Mothers of Invention um Frank Zappa zeigt das gleiche Streben nach Vereinheitlichung der Stücke, die Zappa »a series of underground oratorios« nannte (1967, einen Monat vor den Beatles). Eine weniger strenge Vereinheitlichung lässt sich bei Lothar and the Hand People (auf deren Erstlingsalbum) sowie bei The Griffin (beide 1968) beobachten: Die aufeinanderfolgenden Musikstücke, die keine thematische Verwandtschaft zeigen, werden mit elektronischen, durch das Theremin-Gerät erzeugten Klängen bzw. mit einer Art Spieldosenmusik miteinander verbunden. Vielfach spricht man auch dann von einem Concept Album, wenn nicht die ganze LP, sondern nur ein längerer Abschnitt von ihr musikalisch vereinheitlicht ist (etwa auf der LP »Foxtrot« von Genesis, 1972). Während in den 1970er-Jahren eine Vielzahl von Concept Alben erschienen sind – etwa von Genesis, Gentle Giant, Pink Floyd, Rick Wakeman, Alan Parsons Project und Frank Zappa –, war in den 1980er-Jahren der Begriff weitgehend verpönt und wurde nicht verwendet, nicht zuletzt, weil mit dem Begriff Concept Album eben auch Progressive Rock verbunden wurde – der aber seitdem als Sündenfall der Rockmusik gesehen wird. Punk kehrte zu den kurzen Songs zurück, und für die Punk-Musiker war eine LP nichts weiter als eine Sammlung von Singles. Die Musiker der New Wave verfolgten zunächst andere Ziele, doch ist etwa ein Album wie »Armed Forces« (1979) von Elvis Costello nichts anderes als ein Concept Album. So wurden weiterhin Concept Alben veröffentlicht, wenn man auch die Bezeichnung vermied und etwa die Band Marillion und die Musiker Kate Bush, David Sylvian u.a. das eine oder andere ihrer Alben einem Konzept unterwarfen.

In dieser Hinsicht unbekümmert zeigte sich der neue Progressive Rock seit Anfang der 1990er-Jahre und veröffentlichte Concept Alben in großer Zahl. Zu diesen Bands gehören Dream Theater, Flower Kings und Pallas, um nur wenige zu nennen. Selbst ein Bluesrock-Musiker wie Ry Cooder nahm mit »My Name Is Buddy« (2007) ein Concept Album auf.

Literatur

Black, Johnny: A – May – Zing! in; Q, 4/1991