Coon-Song

Coon-Song, englisch zusammengesetzt aus coon, von racoon für »Waschbär« und Song für »Lied«, allgemeine Bezeichnung für Lieder, die in Minstrel-Shows gesungen wurden; racoon bzw. abgekürzt coon war eine abfällige Bezeichnung für amerikanische Nachkommen von Afrikanern.

In den im 19. Jahrhundert von weißen Amerikanern veranstalteten Minstrel-Shows machten sich weiße Schauspieler und Sänger über schwarze Menschen lustig, indem sie sich die Gesichter schwarz einfärbten, auffällige, grellfarbige Kleidung trugen und sich auf diese Weise über das Aussehen und das Verhalten der Afroamerikaner lustig machten (Blackfacing). Zu diesen Auftritten gehörten auch die Coon-Songs, die bis Ende des 19. Jahrhunderts in großer Zahl auch im Druck vorlagen. Bereits in den 1820er-Jahren hatte Thomas D. Rice mit »Jim Crow« den bekanntesten Coon-Song geschrieben. Der Name der Titelfigur überlebte, dient bis heute in diskriminierender Weise als Bezeichnung für Schwarze schlechthin und taucht beispielsweise in Cartoons immer wieder mal auf.

Nachdem 1848 eine amerikanische Minstrel-Truppe im Rahmen einer Tournee auch im südafrikanischen Kapstadt aufgetreten war, wurden die Show von der lokalen schwarzen Bevölkerung nachgeahmt, allerdings mit umgekehrten Vorzeichen: Die Schwarzen färbten sich die Gesichter weiß, kopierten die Kleidung der amerikanischen Minstrels und karikierten in den Texten der Coon-Songs nunmehr die Weißen. Zu Neujahr veranstalteten sie den Coon-Carnival, wenn es auch Bestrebungen gab und gibt, die Bezeichnung Coon-Carnival aufzugeben und den Karneval Minstrel-Carnival zu nennen.