Crossover

Crossover, englisch für »überqueren, überkreuzen«, in Rock und Pop mehrfach verwendeter Begriff,

1. verkürzende Bezeichnung für eine Frequenzweiche; es spielt dabei keine Rolle, ob eine passive Frequenzweiche – aufgebaut aus Spulen, Widerständen und Kondensatoren – oder aber eine elektronische Frequenzweiche, die innerhalb des Aufbaus einer P.A. vor die Leistungsverstärker geschaltet wird, gemeint ist.

2. Verbindung eigentlich, mehr oder weniger disparater Musik, etwa von Jazz und Rock, Hiphop und Heavy Metal, Thrash Metal mit wesentlichem Anteil von Punk Rock und vor allem die Verbindung von Elementen der traditionellen europäischen Kunstmusik mit Jazz oder Popmusik. Der Ursprung des Begriffes in dieser Verwendung ist unklar, trat aber etwa Mitte der 1970er-Jahre zuerst auf, als jüngere Verbindungen von Jazz und Rock bezeichnet und vom »alten« Jazzrock der ausgehenden 1960er-Jahre abgegrenzt werden sollte; rückwirkend wurde der Begriff danach aber auch auf diesen Jazzrock angewendet. Vermutlich entstand der Begriff in der Bedeutung von Musik-Verbindung im journalistischen Umfeld, wurde von den Marketing- und Presseabteilung der Plattenfirmen dankbar aufgegriffen und bald auf jede Fusion unterschiedlicher Musik angewendet.

Geradezu zur Genre-Bezeichnung wuchs der Begriff, als sich Musiker – vor allem Sängerinnen und Sänger – aus dem Bereich der Kunstmusik sich anschickten, etwa Musical-Songs, Folk Songs und weitere »populäre« Musik mehr zu präsentieren. Umgekehrt wurden dann auch – der Begriff wird mittlerweile inflationär und oft wohl aus Verlegenheit genutzt – die Produktionen von Rockmusikern als Crossover bezeichnet, bei denen in irgendeiner Form auf die Elemente der Kunstmusik – und sei es nur das Engagement eines Orchesters – zugegriffen wurde. Der Begriff ist im Grunde wertlos, da stets dazu gesagt werden muss, welche Musik denn nun eigentlich gemeint ist.