Cut-Out

Cut-Out, englisch für »ausgeschnitten«, (Musik, Phonoindustrie, Schallplatte), Bezeichnung für das Verfahren, einen Tonträger (LP, Bandkassette, CD) zu kennzeichnen, üblicherweise wird der Verkaufspreis dieser Tonträger herabgesetzt.

Plattenfirmen streichen regelmäßig Tonträger aus dem Katalog und verkaufen die Lagerbestände dann zu einem niedrigeren Preis; dies betrifft auch Remittenden. Zur Kennzeichnung dieser Platten, CDs und Kassetten wurden deren Hülle und/oder der Tonträger selbst beschädigt. Dazu wurde bei LP-Covers eine Ecke abgeschnitten oder in eine Ecke ein Loch von 4-5 mm Durchmesser gestanzt. Gelegentlich wurden auch Hülle und Tonträger gleichzeitig nahe der Mitte des Etiketts gelocht. Häufiger ist ein etwa 10 mm langer und etwa 3 mm breiter Schnitt an einer Stelle des Covers angebracht worden. Tonbandkassetten wurden an einer Stelle komplett durchbohrt, während bei CDs das Jewel Case knapp eingesägt wurde. Digipacks werden lediglich am Rücken mit eine kleine Ritzung gekennzeichnet; in beiden Fällen sind aber auch Lochungen üblich. Selten ist der Fall anzutreffen, dass lediglich eine Ecke des CD-Booklets abgeschnitten wird. Auch Promotion-CDs werden von Fall zu Fall wie Cut-Outs behandelt und absichtsvoll beschädigt.

Bis in die 1980er-Jahre hinein gab es so viele Cut-Out-Tonträger, dass manch ein Schallplattenhändler ausschließlich diese verkaufte. Seit den späten 1980er-Jahren, mit dem Aufkommen der CD, sind Cut-Outs selten geworden, nicht zuletzt, weil sich bei der CD Auflagenhöhen leichter steuern lassen.
Cut-Out-Tonträger haben für Schallplattensammler allein wegen der Beschädigung einen geringeren Wert als unbeschädigte Exemplare.