Death Metal

Death Metal, von englisch death für »Tod« und metal für »Metall«, Spielart des Heavy Metal, entwickelte sich aus Trash Metal und ist seinerseits Oberbegriff für diverse weitere Varianten wie Melodic Death Metal, Scandinavian Death Metal, Florida Death Metal, Technical Death Metal, Brutal Death Metal, Doom Metal und Blackened Death Metal; der Begriff wurde möglicherweise von der Band Possessed geprägt, die auf ihrem Album »Seven Churches« (1985) einem Song den Titel »Death Metal« gab.

Der Begriff selbst wird vor allem mit den Texten begründet, in denen allemal Gewalt und Tod im Vordergrund stehen. Philosophisch, manchmal auch vulgär-philosophisch bestimmte, nicht selten auch fantastische Themen bewirken, dass in den Songs die in der Rockmusik üblichen Formen außer Acht gelassen werden – Blues etwa spielt als Form keine Rolle. Vielmehr stellt die Musik eine Art Illustration der erzählten Geschichte dar. Brüche im Ablauf der Musik sind gewollt, abrupte Wechsel der Tempi obligat und wechselnde Metren häufig; hinzu tritt die Klangwirkung von extremer Lautstärke, sehr tiefen Tönen und mitunter aberwitziger instrumentaler Geschwindigkeit. Gerade das hohe Tempo wie die metrische und rhythmische Vielfalt der Musik erfordern im Death Metal äußerst versierte Instrumentalisten und insbesondere an den Schlagzeuger werden sehr hohe spieltechnische Anforderungen gestellt.

Dennoch ist der instrumentale Rahmen sehr starr: Zu einer Death-Metal-Band gehören ein Sänger, zwei Gitarristen, Bassgitarrist und Schlagzeuger; Keyboards werden von einigen wenigen Bands selten eingesetzt. Die Gitarren werden in aller Regel tiefer gestimmt, mitunter eine Quarte, wenn die Gitarristen nicht gleich zu Baritongitarren greifen; die eingesetzten Verstärker – allemal Röhrenverstärker – werden extrem übersteuert (High Gain), oft unter Einsatz von vorgeschalteten Verzerrern. Die Bassisten verwenden fünfsaitige Instrumente, die über eine Subkontra-H-Saite verfügen; selbst diese Bassgitarren werden von manchen Musikern noch tiefer gestimmt. Schlagzeuger verwenden zumeist umfangreiche Drum-Sets, zu denen häufig zwei Bass Drums gehören; wird nur eine Bass Drum eingesetzt, ist das Doublebass-Pedal obligater Bestandteil. Insgesamt erfüllt das Schlagzeug im Death Metal weniger formgebende und verdeutlichende Aufgaben. Im Zentrum des Schlagzeugspiels stehen vielmehr spezielle Spieltechniken wie Blast Beats, die für eine ständige Präsenz des Schlagzeug-Klangs sorgen. Erkennbar ist Death Metal aber vor allem am tiefen, gurgelnd-grunzenden Gesang von sehr eingeschränktem Ambitus. Die Stimme wird dabei häufig zum Erzeugen von Klängen eingesetzt; als Death Growl oder Grunt sind diese Gesangstechniken bei nahezu jeder Death-Metal-Band von Bedeutung. Die Soundtracks von Horror- und Monsterfilme mögen Vorbild für die Klangästhetik des Death Metal gewesen sein.

Death Metal hat, wie Heavy Metal überhaupt, seine Wurzeln in der Musik von Bands wie Led Zeppelin und vor allem Black Sabbath. Deren Musik wiederum wurde von Bands wie der britischen Gruppe Venom aufgegriffen und um die Themen, die in Black Metal, Dark Metal und schließlich Death Metal das Zentrum bilden, erweitert, so etwa in ihren Alben »Welcome To Hell« (1981) und »Black Metal« (1982). Weitere Bands der Anfangszeit des Death Metal waren etwa Possessed, Slaughter, Celtic Frost und Death. Auch Formationen wie etwa Napalm Death, die selbst nicht zum Death Metal gehören, waren von einigem Einfluss auf das Genre. Regionale Zentren bildeten sich im Laufe der 1990er-Jahre in Florida mit Bands wie Death, Morbid Angel, Obituary, an der Ostküste in New York und Maryland mit Suffocation, Cannibal Corpse, Immolation, daneben in Europa mit Zentren in Großbritannien und vor allem Skandinavien. Im schwedischen Göteborg entstand der so genannte Melodic Death Metal, der in Anlehnung an die frühere britische Strömung New Wave Of British Heavy Metal nun New Wave Of Swedish Death Metal genannt wird. Bereits Mitte der 1990er-Jahre und nicht zuletzt unter dem Einfluss des Melodic Death Metal veränderte sich Death Metal insgesamt, sodass sich die Grenzen zu anderen Spielarten des Heavy Metal verwischten. Zur gleichen Zeit verlor Death Metal unter seiner Anhängerschaft an Zustimmung. Zu Beginn des neuen Jahrtausends bietet Death Metal dennoch immer noch eine schillernde Vielfalt.