Disco

Disco, Bezeichnung für Dancefloor Music in den 1970er-Jahren.

Es handelt sich dabei um eine funktionale Musik, die kaum dem kontemplativen Zuhören, sondern dem Tanzen dient. Sie betont daher die rhythmische Komponente in Bassgitarre und Drums. Anknüpfend an den Philly-Sound und dessen Soul-Intonation entstand Disco um die Mitte der 1970er-Jahre. Kennzeichen der Musik sind neben der alles dominierenden Bass Drum – mit einem Schlag auf jedem Viertel – Streicher, Funk-Bassriffs und der Gesang von Frauen. Texte spielen in dieser Musik keine Rolle, kurze Sätze werden unablässig wiederholt. Disco-Musik ist keine Musik für den Konzertsaal, sondern – sieht man von Einzelfällen ab – ausschließlich Sache der Schallplatte. Dementsprechend ist der Produzent der Musik auch wichtiger als der Sänger oder gar die einzelnen Musiker. So konnten sich in diesem Genre beispielsweise die in Deutschland arbeitenden Produzenten Giorgio Moroder (Donna Summer) und Frank Farian (Boney M.) einen Namen machen, deren Bekanntheitsgrad über den der von ihnen betreuten Musiker hinausreicht. Frank Farian beispielsweise erfand in den 1980er-Jahren das Duo Milli Vanilli, dessen Mitglieder ebenso lediglich optisches Aushängeschild wie die die meisten Mitglieder der Gruppe Boney M. waren. Die Produktionen Moroders und anderer erhielten nach ihrem Entstehungsort bald den Namen Munich Sound, für den besonders die präzisen Streicher der professionellen Münchener Orchester standen. Neben musikalisch eher farblosen Interpreten wie Amanda Lear, John Travolta – der mit dem einschlägigen Film »Saturday Night Fever« bekannt wurde –, Village People, Grace Jones u.a. gab es allerdings auch Gruppen, zu denen durchaus fähige Musiker gehörten und die auch live zu überzeugen vermochten, so etwa Sister Sledge und Chic, letztere mit dem Bassisten Bernard Edwards und dem Gitarristen Nile Rogers, beide ausgezeichnete Musiker. Gegen Ende der 1970er-Jahre wurden die Stilelemente von Disco auch von Rockgruppen aufgenommen, etwa von den Beach Boys, den Rolling Stones und dem Electric Light Orchestra.

Der Disco-Musik verdankt die Maxi-Single ihr Dasein. Mitte der 1970er-Jahre kam diese Single im Format einer LP auf den Markt und enthielt zunächst vor allem Disco-Musik; daher wurde sie auch Disco-Single genannt. Da diese Schallplatten, anders als die LP und die Single, mit größerem Rillenvorschub geschnitten werden, ist ihre Klangqualität vor allem in den Bässen besser.