Double-time

Double-time, von englisch double für »doppelt« und »Zeit«, Eindruck einer Verdoppelung des Tempos, wobei sich auch die metrischen Verhältnisse zu ändern scheinen; der Eindruck von Double-time stellt sich nur im Zusammenspiel von wenigstens zwei Instrumenten ein.

Spielen zwei Musiker in einem festgelegten Tempo gleichzeitig, so liegen bei an einen Vier-Viertel-Takt gebundener Musik die Schwerpunkte – nicht notgedrungen auch die Betonungen oder Akzente – auf den Zählzeiten 1 und 3, kenntlich etwa an den Schlägen der Bass Drum bei einem gängigen Rock-Rhythmus. Spielt einer der beiden Musik bei gleich bleibendem Tempo im so genannten Double-time-feel, so kommen auf eine Zählzeit aber doppelt so viele Schläge. Damit ändern sich auch die metrischen Verhältnisse: Bei der Zählzeit 1 besteht für beide Musiker ein gemeinsamer Schwerpunkt, bei Zählzeit zwei hat der schneller spielende Musiker wieder einen Schwerpunkt, der zweite Musiker aber nicht. Bei Zählzeit 3 sind die Musiker wieder zusammen, während bei Zählzeit 4 dies wiederum nicht der Fall ist, und so fort.
Am auffälligsten ist Double-time-feel, wenn die Rhythmusgruppe einer Band – eben Schlagzeug und Bass – im Grundmetrum bleiben, der so genannten Common-time, ein improvisierender Gitarrist aber im Double-time-feel spielt. Es ergibt sich dadurch eine scheinbare Verdoppelung des Tempos.

Double-time-Spiel hat für den Solisten im Übrigen die Folge, dass er die beispielsweise einer achttaktigen Periode zugrunde liegenden Harmonien jeweils verdoppeln muss, da er ja »gedachte« 16 Takte zu füllen hat. Double-time ist nicht mit Allabreve zu verwechseln: Allabreve ist beispielsweise ein Zwei-Halbe-Takt, hat also nur einen metrischen Schwerpunkt auf der Zählzeit 1. Das Gegenteil von Double-time-feels ist Half-time oder Half-time-feel, wodurch sich eine scheinbare Halbierung des Tempos ergibt.