Drum ’n‘ Bass

Drum ‘n’ Bass, auch Drum and Bassdnb, zusammengesetzt aus englisch drum für »Trommel« und bass für »Bass«, Spielart einer von elektronischen Klangerzeugern bestimmten Tanzmusik, die sich seit Anfang der 1990er-Jahre aus der Dance-Stilrichtung Jungle zunächst vornehmlich in Großbritannien entwickelte; die Abgrenzung zu Jungle ist nicht eindeutig möglich und auch in Details außerhalb der Musik zu suchen.

Entgegen dem Namen bestehen Stücke des Drum ’n’ Bass keineswegs nur aus Bass- und Schlagzeug-Klängen, vielmehr gehören zu einer Drum ’n’ Bass-Produktion auch diverse andere von Synthesizer und Sampler bereit gestellte Klänge. Dennoch richten die Produzenten dieser Musik ihr besonderes Augenmerk gerade auf die Samples von Schlagzeug und Bass, die dann auch ausgeklügelten Veränderungen unterworfen werden. Technische Möglichkeiten wie etwa die zeitliche Dehnung von Samples, das so genannte Time Stretching werden intensiv genutzt. Das Tempo von Drum ’n’ Bass-Produktionen liegt zwischen 160 und 180 BPM, gemessen an Jungle ist die Rhythmik einfacher. Doch liegt das Interesse der Produzenten dieser Musik ohnehin weniger in formalen Finessen als in der Konstruktion eines Klanges, einer Klang-Atmosphäre.
Drum ’n’ Bass war Ende der 1980er-Jahre nach dem Auslaufen der Acid-House-Periode aus dem Jungle entstanden: Die Experimente mit Break Beats und mittels Synthesizern erzeugten Bass-Linien aus der Zeit des Acid House standen bald in Relation zum Reggae und zu Dub-Produktionen und ergaben den neuen Stil Jungle. Protagonisten dieser Übergangszeit, in der die Grundlagen für Drum ’n’ Bass gelegt wurden, waren neben anderen Rebel MC, Danny Breaks, Bizzy B, DJ Hype, Grooverider, Aphrodite und Goldie. Goldie gründete mit Metalheadz eines der wichtigen Labels der Stilrichtung; sein Stück »Terminator« stellt so etwa wie den Prototyp für spätere Drum ’n’ Bass-Produktionen.
In den USA setzte die Bildung einer eigenständigen Drum ’n’ Bass-Richtung mit einiger Verspätung etwa Mitte der 1990er-Jahre ein, erreichte auch nicht die Popularität, die die neue Musikrichtung in Europa genoss. In den USA waren es vor allem Musiker und Formationen wie Johnny Z, Dieselboy, Karl K & Kaos, MC Dub 2, DJ Slant und die 2 Tuff Crew, die sich Jungle und Drum ’n’ Bass widmeten. In Deutschland sind es besonders Großstädte, beispielsweise Mannheim, Frankfurt, Köln, Berlin und Bremen, in denen Musiker wie Bassface Sascha, Groover Klein, Giana Brothers, Kabuki, Panacea, Simon V und The Green Man ihr Publikum fanden. Je mehr sich Jungle mit Elementen des Reggaes verband, desto eher stellte sich Drum ’n’ Bass als eigene Musikrichtung heraus. Beinahe zeitgleich setzte seit Ende der 1990er-Jahre eine Diversifikation des Stiles in einige Unterstile ein (Jump Up, Hardstep, Techstep, Darkstep u. a.).