Dubplate

Dubplate, zusammengesetzt aus englisch dub als Ausdruck für eine besondere Produktionstechnik im Reggae und plate für »Platte, Teller«, im eigentlichen Sinn dasselbe wie ein Acetate, also eine in eine Lackfolie geschnittene Platte, die als Prüfplatte oder auch als Promotion-Platte für Rundfunk-DJs gedacht war; derartige Platten wurden seit etwa der zweiten Hälfte der 1950er-Jahre auch von so genannten Sound-System-Men auf Jamaika selbst produziert, um in Wettewerben mit anderen Sound-System-Man eingesetzt zu werden.

Dubplates spielen in der Entwicklung des Reggaes, insbesondere des Dubs eine höchst wichtige Rolle. Um in so genannten Sound Clashes, Wettbewerben, die die Sound-System-Men zur Freude des Publikums unter sich austrugen, bestehen zu können, kam es unter anderem darauf an, möglichst exklusive Musik spielen zu können. Hierfür wurden existierende Aufnahmen bearbeitet und – in Ermangelung von Tonbandgeräten – gleich auf die Folie geschnitten. Im Grunde handelte es sich um Remixes von käuflich erworbenen Platten, deren Klang im Studio mit Hall- und Echo-Effekten angereichert worden und auch sonst verändert worden war. Dies dabei geschnittenen Dubplates waren Unikate, mit denen der jeweilige Sound-System-Man sein musikalisches Können unter Beweis stellen wollte. Später wurden auch Dubplates von neuen Aufnahmen zu diesen Anlässen verwendet. Das Produzieren von Dubplates gab dem jeweiligen Sound-System-Man auch die Gelegenheit, eigene Texte mit auf die Aufnahme zu bringen.
Bis Ende der 1960er-Jahre hatte sich aus dieser Produktionsweise eine eigene Spielart des Reggae entwickelt, die aus so genannten Dub Versions bekannter Musik bestand, seltener aus neuen Kompositionen; es kommt bei Dub Versions – wie bei Remixes – darauf an, was dem jeweiligen Produzenten zu der gegebenen Musik einfällt. Dies kann unter Umständen weit vom Original wegführen.