Dubstep

Dubstep, Kunstwort, von englisch dub für »synchronisieren« und step für »Schritt«, Strömung in der jüngeren Dance Music, um 2000 in London entstanden; die Herkunft des Begriffes, der sich nicht schlüssig übersetzen lässt, ist ebenso unklar wie die Entstehung des Stils.

So werden als Entstehungsort mal ein Schallplattenladen, mal ein Club im Süden Londons genannt; der Begriff selbst soll von einem Musikproduktions-Unternehmen geprägt, zuerst aber von einer Zeitschrift genannt worden sein. Die Musik selbst basiert auf den Stilrichtungen Garage und 2 Step, obwohl auch Elemente diverser andere Spielarten in der von elektronischen Tonerzeugern geprägten Tanzmusik auszumachen sind, so etwa Jungle.

Als frühes Zentrum des Dubstep gilt der Schallplattenladen Big Apple Records im Londoner Stadtteil Croydon, mit dem das Schallplatten-Label Big Apple Records verbunden war. Die Betreiber des Plattenladens hatten eine Vorliebe für eine pointierte Basswiedergabe und dementsprechend die Verstärkeranlage in ihrem Geschäft konditioniert. Wie in der Dance Music üblich, wurde die Musik über die Veröffentlichung von Samplern popularisiert, im Falle von Dubstep war es der Sampler »Dubstep Allstars Vol. 1«. Die frühen Aufnahmen stammten von Produzenten wie El-B, Jay Da Flex, Hatcha und Zed Bias, als veröffentlichende Labels sind etwa Big Apple, Horsepower und Tempa zu nennen.

Es sind vor allem zwei Stilmittel, die den Dubstep prägen und teilweise auch von anderen Spielarten der Dance Music abheben: Das relativ langsame Tempo von etwa 70 BPM und die hervorgehobenen Stellung tiefer Frequenzen; mitunter werden auch Töne unterhalb von 20 Hz in die Tracks gemixt, die – abgegeben von entsprechend ausgelegten Lautsprechern – eher physisch auf den Hörer wirken. Ein weiteres Merkmal ist der so genannte Wobbel Bass: Dabei wirkt ein LFO auf ein Filter, durch das der Bassklang geschickt wird. Die Eckfrequenz des Filters wird durch das LFO periodisch verändert, wodurch der Bassklang ebenfalls in diesem Rhythmus variiert. Vor diesem Hintergrund hat der jeweilige Produzent relativ große Freiheit, kann etwa instrumentalen Passagen wie auch Gesang oder Rap einfügen. Dadurch ist Dubstep einerseits stark von Effekten geprägt, andererseits kann der Produzent eine Art »Handschrift« entwickeln. Auffällig ist, dass die Synthesizerklänge häufig sehr roh sind, es werden also Rechteck- und Sägezahnschwingungen favorisiert, oft von starkem Einsatz der Filter geprägt.

Gegen Ende des ersten Jahrzehnts des neuen Jahrtausends verließ Dubstep die Ebene der Tanzmusik und fand Eingang in die Popmusik, erkennbar etwa daran, dass die Sängerin Britney Spears etwa sich in einigen ihrer Songs auf dem Album »Femme Fatale« (2011) vom Dubstep beeinflusst zeigte, am deutlichsten in dem Song »Hold It Against Me«.

Diskografie

Britney Spears: Femme Fatale (2011)