Endorser

Endorser, von englisch to endorse für »unterstützen, gutheißen«, bekannte Persönlichkeit, die von einem bestimmten Produkt eines Herstellers so überzeugt ist, dass die Firma mit ihrem Namen für das Produkt werben darf; in der Musik sind es stets Instrumentalisten, die beispielsweise Verträge mit Herstellern von Gitarren abschließen, sodass der Glanz seines Namens auf die Firma und eine bestimmte Gitarre fällt.

Endorsement dieser Art ist keineswegs eine Erfindung der Neuzeit: Schon im 19. Jahrhundert ließen sich etwa Komponisten und Piano-Virtuosen in die Dienste von Klavierbauern nehmen und behaupteten, gerade die Instrumente dieses oder jenes Herstellers seien etwa von besonderer Haltbarkeit und Klangschönheit. Endorsement dieser Art kann aber auch bedeuten, dass der betreffende Musiker für sein Engagement zwar Geld und Instrument erhielt, für die Dauer des Vertrages aber auch nur Instrumente dieses Herstellers spielen durfte. Der Hintergedanke war, dass die Betreiber der Konzertstätten gezwungen waren, die Instrumente einer Vielzahl von Herstellern im Depot zu halten, falls einmal ein gefragter Virtuose gerade auf diesem oder jenem Instrument bestand. Auf diese Weise konnten sich einige Klavierbau-Firmen eine Vormachtstellung auf dem Markt erobern.

Ganz so grobschlächtig gehen heutige Hersteller von Musikinstrumenten nicht vor, doch verpflichten auch sie ihre Endorser, die beworbenen Instrumente wenigstens ab und zu auch zu spielen. Die Hoffnung ist, dass die großen Namen Amateurmusiker dazu bewegen, sich ebenfalls die jeweiligen Instrumente zu verschaffen. Klar auch, dass der Endorser jedes gewünschte Instrument aus dem Programm de jeweiligen Herstellers gratis oder zu einem sehr günstigen Preis erhält.

Beim Endorsement geht es aber nicht nur um die großen Namen: Selbst die Musiker von Amateurbands können Endorser sein. Üblich ist es beispielsweise, dass kleinere, auf dem Markt noch wenig bekannte Firmen ihre Produkte den Musikern zu einem günstigeren Preis überlassen, wenn sie ausschließlich diese nutzen. Beispielsweise vergeben Hersteller von Schlagzeugstöcken oder Becken derartige Endorsements recht schnell. Nicht ganz uneigennützig: Da es sich bei Stöcken wie bei Becken um »Verschleißteile« handelt, wird der Endorser gleichzeitig auch ein guter Kunde. Umgekehrt gelten Hersteller von Keyboard-Instrumenten als weniger freigiebig, wie etwa Keith Emerson einmal beklagte: Er müsse im Gegensatz zu Carl Palmer und Greg Lake alles selbst kaufen und bezahlen.

In starkem Maße wird Endorsement eingesetzt, wenn eine Firma auf einem fest gefügten Markt Fuß fassen will: Als die taiwanesische Firma Mapex Anfang der 1990er-Jahre ihre Drums auf dem deutschen Markt bekannt machen wollte, engagierte sie im Rahmen eines Endorsements den Schlagzeuger Billy Cobham und schickte ihn auf eine Clinic-Tour. Der Erfolg gab dieser Strategie recht: Allein der Name Cobhams sorgte für Beachtung der Drums bei der einschlägigen Presse und natürlich bei Schlagzeugern – Mapex Drums konnten sich innerhalb weniger Jahre in die Riege der etablierten Firmen einreihen.