Freikonzert

Freikonzert, englisch Free Concert, Konzert, das von Rockmusikern ohne Honorarforderung gegeben wird und bei dem jeder Interessierte freien Zutritt hat.

In Europa wurden Freikonzerte erst um 1970 – jedenfalls bei den Fans – beliebt; in den USA hatten Gruppen wie The Grateful Dead sie viel früher eingeführt, z. B. traten im Fillmore West viele Gruppen unentgeltlich auf, ebenso im Golden Gate Park um 1965-67. Freikonzerte waren teils durch die Bestrebungen gekennzeichnet, die Rockmusik von Kommerzialisierung freizuhalten, teils entsprachen sie den energisch vorgetragenen Forderungen vieler Fans, so etwa in Berlin anlässlich eines Konzertes der Mothers of Invention im Jahre 1968. Zappas Sinn für gesellschaftliche Umwälzungen wurde damit allerdings überstrapaziert – er weigerte sich schlicht.

Freilich konnte sich die Veranstaltung eines Freikonzertes auch von der unterschwelligen Absicht der beteiligten Musiker nicht ganz loslösen, sich durch solche zur Schau getragene Freigebigkeit noch beliebter bei den Musikkonsumenten zu machen. Insofern lassen sich Freikonzerte auch als eine wirksame Werbung für die Musiker auffassen. Nach etwa 1973 sind Freikonzerte verhältnismäßig selten geworden. Sie hatten den Verdacht, kalkulierte Anbiederung beim Publikum zu sein, nie ganz beseitigen können. Hinzu kommt, dass einige Freikonzerte mit denkbar tragischen Begleitumständen Beigeschmack in die Rockgeschichte eingingen, so das Konzert der Rolling Stones in Altamont am 6. Dezember 1969.