Gated Reverb

Gated Reverb, englisch von Gate für »Tor« und Reverberation für »Widerhall«, eine Produktionstechnik, bei der ein mit einem Noise Gate zusammengeschaltetes Hallgerät zum Einsatz kommen.

Noise Gates dienen dem Ausschalten von Nebengeräuschen, die bei Tonaufnahmen zwangsläufig entstehen. Viele Geräte dieser Art können zusätzlich einen Trigger-Impuls senden, mit dem diverse Vorgänge ausgelöst werden. Erreicht also der Pegel eines akustischen Signals den zuvor eingestellten Schwellwert des Noisegates, so wird nicht nur der jeweilige Aufnahmekanal freigegeben, sondern gleichzeitig beispielsweise ein Effektgerät zugeschaltet, im Falle des Gated Reverbs ein Hallgerät, das das Signal dann mit Hall versieht. Die auditive Wirkung des Gated Reverbs hängt natürlich stark von der Einstellung des Hallgerätes ab. Das Noise Gate bewirkt außerdem, dass die Hallfahne nicht vollständig zu hören ist, sondern nur so lange, bis ihre Lautstärke den Schwellwert unterschreitet. Sie endet also mehr oder weniger abrupt, was um so auffälliger ist, je länger die Nachhallzeit ist, die am Hallgerät eingestellt wurde.

Der Effekt des Gated Reverbs war erstmals Mitte der 1970er-Jahre zu hören und besonders beliebt in den 1980er-Jahren. Einem größeren Publikum wurde er etwa in Produktionen des Sängers Peter Gabriel und des Schlagzeugers Phil Collins bekant. Wie der Effekt bei Collins Single »In The Air Tonight« (1981) – die als Musterbeispiel des Gated Reverbs gilt – zustande kam, ist indes nicht eindeutig geklärt. Angeblich soll er zufällig erzeugt worden sein, als am Mischpult die so genannte Talk-Back-Funktion – mit deren Hilfe Musiker im Aufnahmeraum und Produzent oder Toningenieur im Kontrollraum in akustischem Kontakt stehen – während der Aufnahme eingeschaltet war und der Klang des Schlagzeugs in den Aufnahmeraum zurückgespielt wurde. Die Snare Drum, die separat aufgenommen wurde, stand dabei in einem Raum mit einem erheblichen natürlich Nachhall.

Technisch gibt es mehrere Möglichkeiten den Effekt, der spätestens in den 1990er-Jahren seine Popularität verlor, zu erzeugen. Neben dem Nachhall, der in der Regel künstlich erzeugt wird, kommen auch Kompressoren zum Einsatz, mitunter werden für die Abnahme der Snare – die fast immer im Mittelpunkt des Effektes steht – auch zwei Mikrofone verwendet. Mittlerweile bieten viele Hallgeräte und Multieffektprozessoren mehrere Programme mit dem Effekt.