Ghostband

Ghostband, zusammengesetzt aus englisch ghost für »Geist« und Band, Big Band, die im Namen den Namen bekannter Bandleader tragen und sich als deren Nachfolge-Bands ausgeben.

Ghostbands sind immer wieder mal zusammengestellte Big Bands, die etwa unter den Namen Glenn-Miller-Orchestra, Duke-Ellington-Orchestra oder Tommy-Dorsey-Orchestra auf weltweite Tourneen gehen. Zwar sehen die Leiter dieser Big Bands ihre Aufgabe darin, Kompositionen, Arrangements und manchmal auch den Klang der früheren Orchester am Leben zu erhalten, doch erschöpft sich darin häufig auch schon der Bezug zu diesen. Denn meist sitzen in den Ghostbands keine Musiker aus vergangenen Tagen mehr und auch die Bandleader waren weder Mitglieder der Bands noch kannten sie deren berühmte Leiter. Da aber Orchesternamen wie Markenzeichen angesehen werden, kommt es lediglich darauf an, wer im Besitz der Rechte an dem Namen einer Band ist, um diese wieder auferstehen zu lassen. In gewisser Hinsicht stellt das Duke-Ellington-Orchestra eine Ausnahme dar, denn es wurde nach Duke Ellingtons Tod zunächst von dessen Sohn Mercer Ellington (*1919, †1996) übernommen, danach von Duke Ellingtons Enkel und Mercer Ellingtons Sohn Paul Mercer Ellington.
Das Phänomen Ghostband ist auch in der Rockmusik nicht unbekannt, wenn auch nicht unter diesem Namen. Immer wieder mal kommen früher erfolgreiche Bands zu so genannte Reunions zusammen, manchmal in Originalbesetzung, oft aber unter Engagement von Studiomusikern. Um die etwa in den 1960er-Jahrne erfolgreichen Bands hat sich schon in den 1970er-Jahren eine Art Nostalgie-Zirkus gebildet, in dessen Rahmen diverse Bands jener Zeit wieder und wieder auf Tournee gehen. Wenig freundlich werden diese Bands mitunter Zombie-Bands genannt.