Goldene Schallplatte

Goldene Schallplatte, Auszeichnung für eine bestimmte Anzahl verkaufter Tonträger; die Anzahl unterscheidet sich dabei nach Land der Vergabe und nach Genre der Veröffentlichung. Die Auszeichnung erhalten immer die an der jeweiligen beteiligten Künstler.

Dabei ist es ohne Belang, ob die Tonträger tatsächlich verkauft wurden; vielmehr ist die Zahl der bestellten und ausgelieferten Tonträger Grundlage der Berechnung. Erst aufgrund dieses Kriteriums ist es möglich, dass Tonträger bereits vor der Veröffentlichung die Voraussetzung für eine Auszeichnung mit einer Goldenen Schallpatte erfüllen und am Tag der Veröffentlichung auch erhalten.
Der Preis wurde 1941 vom amerikanischen Verband der Tonträgerindustrie Recording Industry Association of America (RIAA) eingeführt. Die Goldene Schallplatte selbst bestand früher aus einer vergoldeten Matrize, wie sie für die Schallplattenherstellung verwendet wurde, später wurde eine CD verwendet. In der Anfangszeit der Vergabe musste in den USA von einer Schallplatte wenigstens eine Million Exemplare verkauft werden, um die Auszeichnung erhalten zu können. 1976 wurde diese Zahl auf 500 000 gesenkt, dafür die Platin-Schallplatte eingeführt, für die wiederum eine Million Platten verkauft sein mussten. War die Auszeichnung ursprünglich nur für den Verkauf von Single-Schallplatten gedacht, wurden bald auch die LP, später auch andere Tonträger-Formen einbezogen; in jüngerer Zeit kam auch die Zahl an Downloads als Kriterium hinzu. Verkäufe, die die Millionen-Grenze überschreiten, werden mit Doppel-Platin und sogar Diamant-Auszeichnungen (10 Millionen) bedacht; in Großbritannien wurde zusätzlich die Vergabe einer Silbernen Schallplatte ermöglicht. Die erste Goldene Schallplatte nach den Richtlinien der RIAA erhielt 1942 der Big-Band-Leader Glenn Miller für seine mehr als 1,2 Millionen Mal verkaufte Version von »Chatanooga Choo Choo«.
In der Bundesrepublik Deutschland – wie auch in anderen Ländern – gelten andere Kriterien als in den USA. Verliehen wird der Preis in Deutschland von der IFPI über die jeweilige Schallplatten-Firma. In Deutschland müssen von einer CD 100 000 Stück verkauft werden, um eine Goldene CD zu bekommen, 200 000, um eine Platin-Auszeichnung zu erlangen; es gilt jeweils die Zahl, die von den Plattenfirmen an die GEMA übermittelt wurde. Auch hier zählt also nicht die tatsächlich verkaufte Anzahl. Für Singles liegen die Zahlen bei 150 000 beziehungsweise 200 000 Stück. Da der Verkauf von Tonträgern seit Mitte der 1980er-Jahre kontinuierlich gesunken ist, werden auch weniger Gold- und Platin-Auszeichnungen vergeben.