Gospel

Gospel, englisch, eine Bezeichnung für das Evangelium als Biografie Jesu Christus, vergleichbar etwa mit der deutschen Bezeichnung »Frohe Botschaft«, Gesangsgattung schwarzer Amerikaner, die seit Ende des 19. Jahrhunderts als Kirchenmusik der Afroamerikaner entwickelt wurde. Gospellieder sind nicht Spirituals, die die Nachformung »weißer«, protestantischer Kirchenlieder durch schwarze Komponisten und Sänger darstellen. Gospel wird häufig mit »Christian Music« gleich gesetzt, muss aber als Teil dieser Strömung angesehen werden.

Die Entwicklung des Gospelgesangs hing am Anfang mit der Verlesung und Auslegung des Evangeliums im Gottesdienst schwarzer Kirchen zusammen. Die Worte des Predigers wurden von spontanen Zurufen und gesungenen Floskeln begleitet, die sich im Laufe der Zeit zu dem charakteristischen Wechsel zwischen Vorsänger und Chor, von Aussage und bestätigender Wiederholung herauskristallisiert haben. Um 1930 fanden Jazzelemente Eingang in den Gospelgesang, auch wurde aus einem unbegleiteten Chorgesang zunehmend ein instrumentenbegleitetes Gesangsensemble. Die Begleitgruppe bestand häufig aus einer dem Jazz entlehnten Gruppenform, wenigstens aus Klavier, Bass und Schlagzeug, nach 1940 aber zunehmend verstärkt um eine Hammond-Orgel; in dieser Quartett-Besetzung ist auch eine Art Urform der späteren Soul– und Rockbesetzung zusehen. Gelegentlich treten zu diesen obligaten Bands Bläser, meist Trompete und ein oder zwei Saxofone – auch diese eine Standardbesetzung etwa im Memphis-Soul.

Die Gattung erhielt spätestens ab den 1920-Jahren die Pflege professioneller Komponisten, Gesangssolisten – zu denen etwa Mahalia Jackson, Sallie Martin, Roberta Martin und Sister Rosetta Tharpe gehören – und von Chören wie etwa den Edwin Hawkins Singers. Mit der seit etwa den 1960er-Jahren in den USA erstarkenden religiös geprägten Christian Music, zu der die Gospel-Musik gerechnet wird, fächerte sich auch der Gospel auf in diverse Unterströmungen wie Traditional Black Gospel, Contemporary Black Gospel, Country Gospel, Southern Gospel, African Gospel und weitere mehr. Nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil wurde der Gospel auch als eine möglich Alternative zur traditionellen Kirchenmusik in der römisch-katholischen Kirche gesehen wie auch in protestantischen Gemeinde Gospel-Chöre gegründet wurden, nicht zuletzt, um junge Menschen anzusprechen. Elemente des Gospelgesangs ziehen sich wie ein roter Faden durch nahezu alle Ausprägungen schwarzer Musik bis hin zu jüngsten Strömungen wie etwa R & B.